„Gustav Landauer-Ausstellung“

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Datum und Zeit
17/04/2019 - 03/05/2019
ganztägig Uhr

Veranstaltungsort
Rathaus

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17. April 2019 bis 3. Mai 2019: „Gustav Landauer-Ausstellung“

Quelle: https://www.duesseldorf.de

Gustav Landauer – Leben, Werk und Wirkung

Ausstellung zum 100. Todesjahr des jüdischen Kulturphilosophen im Rathaus


Text: Frisch, Michael

Aus Anlass des 100. Todestags des jüdischen Kulturphilosophen Gustav Landauer, der zum Ende der bayrischen Räterepublik am 2. Mai 1919 auf brutale Weise ermordet wurde, zeigt das Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf eine Ausstellung im Düsseldorfer Rathaus, Marktplatz 2. Die Ausstellung ist von Bürgermeister Wolfgang Scheffler am Mittwoch, 17. April, eröffnet worden und bis zum 3. Mai zu sehen.

Die mit Stationen in Amsterdam, Bonn, Frankfurt/Main, München und Jerusalem weit gereiste Ausstellung, die bereits 1995 in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam, der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem und dem New Yorker Leo Baeck Institut von Michael Matzigkeit für das Theatermuseum konzipiert und kuratiert wurde, hat nichts von ihrer unkonventionellen Frische verloren.

Gegenstand der Ausstellung ist Landauers vielschichtiges Leben, sein Werk und die enorme Ausstrahlung auf Dichter, Schauspieler, Musiker und Politiker seiner Zeit. Die wenigsten wissen, dass Gustav Landauer mit Düsseldorf eng verbunden war: Ab 1916 wurde er zunächst als Vortragsredner seiner berühmt gewordenen Shakespeare-Analysen, später als Dramaturg und Herausgeber der Programmzeitschrift „Masken“ zu einem verlässlichen Partner von Louise Dumont, der Prinzipalin des Schauspielhauses Düsseldorf. Auch für die Begründer der Siedlung Freie Erde in Düsseldorf-Eller wurde Landauer in den frühen 1920er Jahren zu einem großen Vorbild.

Am französischen Sozialreformer Pierre Proudhon geschult, hat Landauer den despotischen Charakter des marxistischen Kommunismus klar vorausgesehen und als begnadeter Redner gebrandmarkt. Damit hat er die geistigen Grundlagen für einen freiheitlichen Sozialismus ohne Parteiterror und bürokratische Planungswillkür gelegt, die heute noch wertvoll sind. Obwohl später weitgehend vergessen, konnten seine Überlegungen immerhin im Werk des Religionsphilosophen Martin Buber und in der jüdischen Siedlungsbewegung weiterwirken.

Zu der Ausstellung ist eine umfängliche, reich bebilderte Publikation („…die beste Sensation ist das Ewige…“ Gustav Landauer – Leben, Werk und Wirkung) erschienen, die in der Ausstellung ausliegt und im Theatermuseum, Jägerhofstraße 1, zum reduzierten Preis von 15 Euro erworben werden kann. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

[ssba]