Update: V6 wieder geöffnet

Wir sind zwar immer noch mitten in der Pandemie, aber Impfquote, Sicherheitsmaßnahmen (wie das freiwillige Tragen von FFP2- oder medizinischen Masken, freiwillige Selbsttest) und Hygieneregeln (Hände waschen/desinfizieren), gestatten es uns den „Betrieb“ wieder auf zu nehmen, bzw. den Sommer über zu erweitern.

Neben der

  • gewerkschaftlichen Erstberatung (NUR mit Termin! Voranmeldung ist notwendig) und der
  • Erwerbslosen- (Harz IV-) Beratung (jeden Mittwoch von 11-14 Uhr) werden demnächst auch wieder
  • andere Veranstaltungen bei uns stattfinden (zum Beispiel das Schwarz-Rote Wochenende)! Achtet also auf unsere Ankündigungen->, nehmt Rücksicht und beachtet das die Pandemie noch nicht vorbei ist. 

Natürlich könnt ihr uns auch weiterhin per Mail, Telefon und Post erreichen:

Mail: faud-kontakt@fau.org
Tel: (0211) 911 93 797
Post: FAUD, Volmerswerther Str. 6, 40221 Düselldorf

Tourbericht: Duisburg – Auf den Spuren der FAUD/S

Fotos zur Tour folgen

Am Samstag den 23. Juli 2022 trafen wir uns in Duisburg am Hbf um auf einer kleinen Tour durch die Stadt etwas über die Geschichte der Freien Arbeiter*innen Union der 1920er/30er Jahre zu erfahren.

Diese Radtour, war die letzte vor der Sommerpause – aber im Herbst geht es weiter. Achtet also auf Ankündigungen auf unserer Seite, bei Twitter, Instagram oder werdet einfach gleich Teil unserer Signal-Gruppe.

Aber jetzt endlich zur Duisburger Tour:

Auch dieses mal hatten wir mit dem Wetter Glück. War es in der Woche davor in Duisburg noch bis zu ~40° Grad heiß, konnten wir bei schönsten Sonnenschein und angenehmen ~25° Grad durch die Stadt radeln.

Vom Bahnhofsvorplatz, ging es zuerst ein einem Bogen um den Bahnhof herum zu seiner Rückseite. In Neudorf besuchten wir zwei Orte. Zum einen den ehemaligen Wohnort von Julius Nolden, und zum anderen den Stolperstein von Emil Mahnert. Ersterer spielte in Duisburg eine wichtige Rolle im Widerstand gegen die Nazis. So organisierte Nolden u.a. die Fluchtrouten nach den Niederlanden oder weiter nach Aachen, von wo aus es dann weiter Richtung Westen ging.
Emil wurde im Polizeipräsidium Duisburg ermordet – angeblich viel er aus dem Fenster,… Weiter lesen „Tourbericht: Duisburg – Auf den Spuren der FAUD/S“

Gastbeitrag: Der Gabriel macht misch fertisch

von Norbert Hinrichs (Syndikat A)

Wir vom Syndikat-A haben kürzlich die erste Broschüre von anarchismus.de veröffentlicht. Die Seite anarchismus.de ist vor ein paar Monaten von anarchokommunistisch orientierten Leuten übernommen worden. Die erste Broschüre stellt drei Einführungs- bzw. Vorstellungstexte zur Verfügung, sozusagen als Auftakt zu einer ganzen Reihe von Broschüren, die ihr natürlich auch auf der besagten Seite nachlesen könnt. Wer dies gern in Papierform machen möchte, kann die Texte als Broschüren auch beim Syndikat-A bestellen.
Da wir auch manchmal die Texte lesen, die wir verbreiten und diese dann ab und wann gar im eigenen Kopf Widerspruch auslösen, kommt es zu internen Diskussionen, die dann schon mal ihren Niederschlag finden. Wie eben gerade hier und jetzt. Eigentlich nicht wirklich relevant …. ob es sich nun um Auseinandersetzungen mit rätekommunistischen Sichtweisen (1) oder – wie an dieser Stelle – mit anarchokommunistischen Standpunkten handelt … Es sind nur Stürmchen im Wasserglas, nach dem Motto: „Wer will dat schon wissen?“ Die Leute haben andere Probleme. Demut uns.
Dennoch kurz ein paar Worte zu Gabriels Text in der besagten Broschüre …. er gibt sinngemäß den alten Maestro Malatesta wieder, um aufzuzeigen, dass

„man sich nicht von den Massen trennen sollte, indem man in jedem Lebensbereich ideologisch reine Organisationen schafft (zum Beispiel anarchistische Gewerkschaften), sondern dass man sich auf das Schaffen politischer Organisationen beschränken sollte, um dann Einfluss in Massenorganisationen zu gewinnen und Menschen aller Art zu erreichen. Ich halte den Ansatz für richtig, auch heute noch.“

Zitat Gabriel.

Da ich als zertifizierter Anarcho-Syndikalist hier schreibe, habe ich natürlich auch einen entsprechend verengten und einseitigen Blick auf Gabriels Text, den man letztendlich dem „Plattformismus“ zurechnen darf (Zur Kritik dieses Konzeptes siehe auch Frederik Fuß, Syndikalismus oder Plattformismus). Plattformisten sind Anhängerinnen einer anarchistischen Idee, die sich zusammenschließen, um zu versuchen mit ihren anarchistischen Inhalten auf andere Bewegungen, Parteien, Organisationen Einfluss zu nehmen. Sie wollen nicht elitär sein … sind es aber mit ihrer postulierten Vorgehensweise bis auf die Knochen. Es existierten übrigens gar in der PDS (Vorläuferpartei der „Die Linke“) eine anarchistische Plattform.

Los geht`s und direkt mit der Tür ins Haus:

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Gastbeitrag: Rätekommunismus ist nicht pauschal Schnee von gestern

von Norbert Hinrichs (Syndikat-A)

Da liegt bei dem Verfasser dieser Zeilen morgens im Briefkasten die Zeitung „Graswurzelrevolution“. Nanu, habe ich doch gar nicht im Abo. Direkt auf der ersten Seite ein Artikel von Torsten Bewernitz zum Themenkomplex „Rätekommunismus“ (1). Da wir vom Syndikat-A immer wieder gern rätekommunistische Lektüren veröffentlichen, war der Artikel vom Bewi sozusagen der Aufhänger, um auch noch ein paar Zeilen zum Thema loszuwerden.
Schon zu Beginn unserer Broschürenproduktion des Syndikat-A Ende der achtziger Jahre (wo es noch richtig gute Mucke gab) war uns „der“ Rätekommunismus ein Anliegen. Da wussten viele unserer werten anarcho-syndikalistischen Mitstreiterinnen noch gar nicht, was das für ein Verein ist bzw. war. Sogar die rätekommunistische Gruppe „Red Devil“, deren „rätekommunistische Streitschrift“ wir ein paar Jahre später in Buchform veröffentlichten, existierte da noch nicht. Wir brachten damals zwei Broschüren von Paul Mattick heraus, einem der bekannteren rätekommunistischen Theoretiker. Voll die Bestseller, die Broschüren lagen mit ihren im marxistischen Slang verfassten Analysen wie Steine in unserem Buch-Lager. Es war kaum Interesse vorhanden. Das aktuelle Buch von Felix Klopotek, das nach Torstens Dafürhalten wohl ein kleines Revival in Sachen Rätekommunismus (RK) ausgelöst haben soll, habe ich nie gelesen. Räusper. Daher hatte uns diese Lektüre auch nicht dazu verleitet, mit dem RK zu sympathisieren, oder gar mit der recht neuen Bourrinet Broschüre über die holländische Rätegruppe GIK auf einen ominösen und letztendlich nicht vorhandenen Zug aufzuspringen, um hohe Verkaufserlöse zu generieren (das sagt man heutzutage so). Schon damals wurden wir aber gefragt, warum wir solche drögen „Marxisten“ in einem anarcho-syndikalistischen Miniverlag veröffentlichen.

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Gastbeitrag: Der Mythos der Lohn-Preis-Spirale – oder: warum alles teurer wird

von Frederik Fuß (Syndikat A)

„Die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale ist real“ sagte gerade erst der Finanzminister Christian Lindner.(1) Was er meint ist einfach erklärt: Nun, wo die Benzin- und Ölpreise steigen, beinahe schon unbemerkt auch die Preise für Brot und allerlei andere Lebensmittel und Konsumgüter, würden wir Gefahr laufen, dass Menschen auf Grund dieser Entwicklung höhere Löhne fordern (und sie auch bekommen) – was die Preise nur weiter ansteigen lassen würde; dadurch würde die Inflation vorangetrieben und schlussendlich der Euro entwertet. Da kommen Bilder aus der Weimarer Republik vor dem inneren Auge auf, wo ein Laib Brot an einem Tag 1000 und am nächsten 10.000 Reichsmark kostete.

Es ist also durchaus ein beunruhigendes Szenario, das uns Lindner da ausmalt. Wesentlich beunruhigender als den Gürtel – in Solidarität mit der Ukraine – zumindest eine Weile etwas enger zu schnallen. Der Markt regelt das schon und irgendwann (so zumindest das unausgesprochene Versprechen der bürgerlichen Ideologie) würden die Preise wieder sinken. Doch was ist dran an dem Versprechen oder überhaupt an der Vorstellung einer Lohn-Preis-Spirale? Steigen die Preise wirklich weiter, wenn wir einfordern, unseren Lebensstandard zu halten? Sind wir dann egoistisch, sollten wir uns nicht zurücknehmen – immerhin sind wir nicht in der Ukraine, also nicht im Kriegsgebiet? Ist nicht genau jetzt die Zeit um zusammenzustehen und diese schwere Zeit gemeinsam durchzuhalten, hindern uns nicht diese egoistischen Forderungen nach höheren Löhnen und Entlastungen genau daran?

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Tourbericht: Die Stolpersteine von Anton Rosinke u. andere – Erinnerung an die Zeit von 1920 – 1937

Notwendige Anmerkung:
Dieser Bericht stammt nicht von Rudolf Mühland. Ich bin nur die Person, welche den Bericht hier Online stellt. Die Software unseres Blogs setzt aber immer den angemeldeten Account als Autor*in – in diesem Falle also mich.
In Wirklichkeit stammt der Bericht von einer Kollegin der FAU Krefeld, die diese Tour auch organisiert hat! Ich selbst habe an der Tour teilgenommen und nutze hier direkt einmal die Gelegenheit mich auch noch einmal öffentlich dafür bei ihr zu bedanken! Außerdem hoffe ich, das wir diese Tour nächstes Jahr mit noch mehr Menschen zusammen wiederholen!
Danke dir!


Diese Tour hat für mich persönlich eine große Bedeutung: Es ist nicht nur der Tag der Befreiung, den wir am 08. Mai begehen, sondern ein Tag gegen das Vergessen unserer anarchistischen und anarchosyndikalistischen Geschichte.

Während der Recherche zu dieser Tour ist mir wieder aufgefallen, wie die Arbeiter:Innen-Geschichte ausgelöscht werden soll, so wie die Siedlung Freie Erde dem Erdboden gleich gemacht wurde.

Zum 08. Mai hat uns unsere Radtour in die folgenden Stadtteile geführt:

  • Benrath
  • Vennhausen
  • Eller
  • Bilk
  • Unterbilk (V6)

Der Start verzögert sich etwas und wir sind nur eine kleine Gruppe. Die Anwesenden fahren aber gut gelaunt vom Benrather Bahnhof zur Hildener Straße, wo einst der Sitz des Proletarischer Gesundheitsdienst (PGD) war. Dazu hält Thomas (FAU-D) einen kurzen Vortrag, ergänzt durch ein paar Sätze zur weltlichen Schule, in deren Gebäude der PGD untergebracht war. Dann fahren wir durch den Benrather Forst bis in den Norden des Unterbacher Sees, dort stieß dann noch ein Fauista zu uns. Wir bewundern noch die Schildkröten, die sich in einem Gewässer am Weg auf Baustämmen niedergelassen haben und die Sonne genießen.

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Trotz Pandemie! Zahlreiche Veranstaltungen in der Region!

Neben den Radtouren der Schwarz-roten Rad-Wander*innen (alle Termine hier->), unseren Regelmäßig stattfinden Beratungen (gewerkschaftliche Erstberatung jeden Montag im V6, Beratung durch die Unabhängigen Arbeitslosen zu Fragen rund um Hartz IV, jeden Mittwoch) gibt es in den nächsten Tagen und Wochen noch mehr.
Hier nur eine kleine Auswahl um euch die Vielfalt nahe zu bringen. Alle Termine, wie immer bei uns auf dieser Seite->

Die FAU Bonn organisiert einen anarchistischen/syndikalistischen Block auf der Pflegestreik Demo am 7. Mai in Düsseldorf

Kulturtipp: bandista on Tour

Bochum: Vortrag – FAU! Wie funktioniert das?

Düsseldorf – Dokussion im V6

Dortmund: Vortrag über die anarcho-syndikalistische Arbeiterwehr: Schwarze Scharen

Duisburg – Vortrag: Amazon in Aufruhr

Besondere Erwähnung verdient auch Mannheim und die VI. Anarchistische Buchmesse vom 26. bis 29. Mai 2022

Außerdem:
Jeden Mittwoch von 18.00 bis 20.00 Uhr Gewerkschaftliches Beratungscafé der FAU Bergisches Land im Schmitz Katze, Hochstr. 23, 42105 Wuppertal.
Jeden ersten Mittwoch im Monat ab 17 Uhr, laden unsere Kolleg*innen der FAU Krefeld zum Anarcho-Syndikalistischen-Stammtisch in das H5 in der Hardenbergstr.5 ein.
Die FAU Münster(land) lädt zu jedem dritten Mittwoch im Monat von 18:30 – 19:30 Uhr zur offenen gewerkschaftlichen Sprechstunde ein.

Auf den Spuren der FAUD… – eine Tour durch Düsseldorf

Am 23. April sind wir auf den Spuren der FAUD vor allem durch drei Stadtteile gefahren:

  • Unterbilk/Hafen
  • Flingern
  • Oberbilk

Die erste Station war ganz in der Nähe des Ladenlokals der FAU Düsseldorf, dem V6, auf der Siegstraße. Dort fuhren wir zum ehemaligen Standtort des „Verlag der Freien Sängergemeinschaft“, bei Paul Mittau. Hier konnten Partituren zur Ansicht bestellt werden. Unter anderem gab es Auftritte in der „Siedlung Freie Erde“. Bei der Sängergemeinschaft engagierte sich auch Anton Rosinke. Sowohl zur Freien Erde, also auch zu Anton Rosinke, werdet ihr bei den nächsten Touren (Mai und Juni) mehr erfahren. Von dort ging es dann erst einmal durch die Stadt, am Hauptbahnhof und dem Worringer Platz vorbei. Leider gibt es das Lokal Lettmann, auf der Kölner Straße 84 nicht mehr (die Kölner Straße zählt die Hausnummern nur bis ~73 und fängt auf der anderen Seite der Gleise erst wieder  mit 125 an). Dort gab es jeden Freitag Abend einen „gemischten Chorabend“ des Arbeitergesangsvereins „Freie Sänger 04“. Also fuhren wir direkt weiter zur Adlerstraße, um etwas über den Syndikalistischen Frauenbund (SFB) zu erfahren. Leider musste der Vortrag zum SFB, zumindest so wie er eigentlich geplant war, ausfallen. Trotzdem haben wir natürlich ein paar Worte zum SFB verloren. An dem Ort wo sich früher das „Lokal Reuter“ befand, und wo am 15. Oktober 1921 die Reichskonferenz des Syndikalistischen Frauenbundes stattfand, befinden sich heute die Adler Garagen. 1921 haben sich dort aber 12 namentlich bekannte Delegierte des SFB getroffen, die insgesamt 579 Mitglieder repräsentierten (bei republikweit ~1000 Mitgliedern ). Aus Düsseldorf waren Fränze Gerlach und  Henriette Wörndl (deren damaligen Wohnsitz wir später noch angefahren haben) anwesend. Außerdem waren Delegierte aus Mülheim-Ruhr, Duisburg, Köln-Wiesdorf, Friemersdorf, Stettin, Schweinfurt, Groß-Berlin, Berlin-Lankwitz, Berlin-Oberschöneweide und Erfurt anwesend.

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