Initiative Mönchengladbach

5. Mai 2019

„Es ist an der Zeit, unsere eigene Geschichte zu schreiben!“

Am 3. Mai hatte die Mönchengladbacher Initiative für eine solidarische und kämpferische Basisgewerkschaft ihre Auftaktveranstaltung im Köntges. Nachdem zunächst die Grundsätze, Arbeitsweise und Ziele der Freien Arbeiter*innen Union (FAU) erklärt wurden, ist die Initiative Mönchengladbach vorgestellt und dazu eingeladen worden, sich an ihr zu beteiligen. Nicht wenige der anwesenden Menschen äußerten anschließend ihr Interesse, sich auf diese Weise vor Ort organisieren zu wollen.

Bis zu 30 Personen versammelten sich am Freitagabend im gemütlichen Köntges auf der Waldhausener Straße. Rudolf Mühland gab als langjähriger FAU-Aktivist eine einleitende aber umfassende Übersicht darüber, was die Ideen hinter und die Prinzipien der Arbeit einer Basisgewerkschaft sind. Beispielhaft wurden immer wieder Arbeitsfelder benannt, die in der Gewerkschaftsföderation oder ihren selbstständigen Syndikaten in der Vergangenheit oder Gegenwart eine Rolle spiel(t)en. Ganz zentral dabei: die gegenseitige Hilfe und die Direkte Aktion. Einerseits die praktische Umsetzung von Solidarität bei den alltäglichen Arbeits- aber auch sonstigen Kämpfen. Andererseits das Durchsetzen der Interessen der Lohnabhängigen oder Diskriminierten mithilfe ihrer eigenen Macht – ohne an Parteien und Co. zu appellieren oder andere Umwege auf sich zu nehmen. Denn die Menschen, die in der FAU organisiert sind, wollen nicht nur ein bisschen mehr Lohn oder ein, zwei Urlaubstage mehr. Sie wollen langfristig ein Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung, Herrschaft und Diskriminierung erreichen. Eines, in dem die Arbeiter*innen die Wirtschaft und alle sonstigen Gesellschaftsbereiche selber verwalten und nach ihren eigenen Bedürfnissen organisieren – und nicht dem endlosen Streben nach Profit, dass genau diesen Interessen im Wege steht.

Nach der Vorstellung der Initiative Mönchengladbach stellte sich dann natürlich die Frage, was der Theorie folgen würde und ob überhaupt ein Interesse bei den Anwesenden besteht, sich zu organisieren. Die eindeutige Antwort: Ja. Gleich mehrere Menschen äußerten anschließend ihr Interesse, sich an der Initiative Mönchengladbach beteiligen und Teil der FAU werden zu wollen.

Neben den beiden Vorträgen bot der Abend bei leckerem Essen und Trinken gegen Spende noch viele Möglichkeiten für Diskussionen, gemeinsamen Austausch und gegenseitiges Kennenlernen. Und alle, die sich noch mehr u.a. mit dem Thema Anarchosyndikalismus auseinandersetzen wollten, konnten auf einen Büchertisch und die Libertäre Bibliothek zurückgreifen.

Charlie Feyerabend, der seit einem halben Jahr Mitglied der FAU in Düsseldorf ist, selber aber in Mönchengladbach lebt und arbeitet, fasst seine Sicht der Dinge rückblickend wie folgt zusammen: „Es ist ein schönes und ermutigendes Gefühl zu wissen, dass man mit seinen Problemen – sei es auf der Arbeit oder in anderen Lebensbereichen – nicht alleine dasteht. Dass es andere Menschen gibt, die genau mit demselben Mist zu kämpfen haben wie ich und sich das auch nicht länger gefallen lassen, sondern für etwas besseres kämpfen wollen. Für mich ist genau das, also das Herauskommen aus Vereinzelung, Hilflosigkeit und Isoliertheit, indem wir uns stattdessen gemeinsam organisieren, der erste wichtige Schritt.

Ich bin gespannt und freue mich darauf, wie es weitergeht und wie sich die Initiative Mönchengladbach entwickeln wird. Vielleicht auch noch mit der ein oder anderen Person, die bei unserer ersten Veranstaltung nicht dabei sein konnte. Unsere Postfächer stehen allen Interessierten ja weiterhin offen.

Diese, unsere Geschichte schreibt weder unser Boss, noch irgendeine Politikerin oder ein Gewerkschaftsfunktionär, die uns sagen wollen, wie der Hase zu laufen hat – die schreiben wir selber!“


12. April 2019

Für eine solidarische und kämpferische Basisgewerkschaft in Mönchengladbach

Du musst fast täglich deine Arbeitskraft verkaufen, weil du nur so an Geld kommst, um deine Bedürfnisse (Miete, Ernährung, Mobilität, Kultur etc.) zumindest etwas befriedigen zu können? Du sitzt z.B. im Büro, arbeitest auf dem Bau, der Gastronomie oder einer Kindertagesstätte? Du hast gerade keine Arbeitsstelle, bist erwerbslos oder erhältst staatliche Sozialleistungen? Oder du kümmerst dich unbezahlt um den Haushalt, die Kinder und die zu pflegenden Verwandten? Du wirst gerade auf den ganzen Kram in Schule, Ausbildung und Studium vorbereitet und hängst obendrein vielleicht noch in einem Nebenjob?

Dann haben wir etwas gemeinsam: wir sind lohnabhängig, wir sind Arbeiter*innen und damit Teil der Arbeiter*innenklasse.

Während in der aktuellen Gesellschaftsform einige Wenige die Produktionsmittel (Fabriken, Büros, Maschinen, Ressourcen etc.) besitzen, haben wir ausschließlich unsere Arbeitskraft, die wir zu Geld machen müssen, indem wir sie an die Besitzenden verkaufen. Diese lassen uns möglichst lange für möglichst wenig Kohle schuften, denn schließlich sind wir für sie ein Kostenfaktor. Und den wollen sie so klein wie irgendwie möglich halten, denn schließlich stehen sie selber auch im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, in dem sie vorne mitspielen wollen. Wir haben außerdem rein gar nichts zu kamellen, wenn es grundsätzlich darum geht, was und unter welchen Arbeitsbedingungen wir produzieren wollen. Genauso wenig gehört das, was wir produzieren, uns – die Profite machen damit die Besitzenden. Auch Staaten wiederum stehen untereinander in Konkurrenz. In diesen Verhältnissen sind auch die Arbeitskräfte Kostenstellen, deren Löhne (in Teilen) aus öffentlichen Geldern bezahlt werden, wie z.B. Lehrer*innen, Erzieher*innen oder Pfleger*innen. Der Staat schmückt sich zwar mit sozialen Federn, aber genau er ist es, der die Eigentumsordnung mit seinen Institutionen überhaupt durchsetzt und aufrechterhält, die für die gesellschaftliche Ungleichheit verantwortlich ist. Darum: nicht auf Staat und Parlament vertrauen, sondern auf Organisierung von unten bauen!

Wie klingt es also für dich, wenn deine Gewerkschaft solidarisch, selbstorganisiert, horizontal, basisdemokratisch, föderalistisch, (klassen)kämpferisch, von unten, antikapitalistisch, feministisch, ohne Funktionär*innenapparat, internationalistisch, antirassistisch, antifaschistisch, ohne Stellvertretungspolitik, unabhängig – oder schlicht und einfach: anarchosyndikalistisch ist – und außerdem auf gegenseitige Hilfe und direkte Aktionen zur Wahrung und Verbesserung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen setzt? Eine Gewerkschaft die den Anspruch hat, viel mehr als nur eine Gewerkschaft im klassischen Sinne zu sein. Mit einem gesamtgesellschaftlichen Ansatz, der alle sozialen Bereiche dahingehend umkrempeln will, dass die Bedürfnisse der Menschen und nicht das Streben nach Profit Ausgangspunkt gesellschaftlichen Handelns sind.

Die Initiative Mönchengladbach ist angebunden an die FAU Düsseldorf. Bis sich in Mönchengladbach ein eigenes Syndikat gründet, ist es am sinnvollsten, Mitglied in der FAU in Düsseldorf zu werden. Denn neben den grundsätzlichen Vorteilen der Mitgliedschaft, unterstützt die FAUD die Initiative, steht mit Rat und Tat zur Seite und übernimmt Verwaltungsaufgaben, so dass sich die Mitglieder in Mönchengladbach vor allem auf wichtige Tätigkeiten vor Ort konzentrieren können.

Auf geht’s, organisieren wir uns in Mönchengladbach! Lasst uns gemeinsam für unsere ökonomischen, sozialen und kulturellen Interessen kämpfen und daran mitwirken, die Gesellschaft von unten in eine andere umzuwälzen – eine, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert!

Kontakt: initiative-mg@fau.org

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[ssba]