Sektion Mönchengladbach


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12. Januar 2020

Eine andere Welt selber möglich machen
zur Idee des Anarcho-Syndikalismus

Achtung, verschoben! Die Veranstaltung findet nicht wie zuerst geplant am 31. Januar, sondern am 11. März 2020 statt.

Was steckt hinter dem Begriff, der auf den ersten Blick nicht selten erstmal einige Fragezeichen hervorbringt? Und warum schließen sich Menschen auf der Grundlage dieser Ideen zusammen?

Kurzum: Menschen, die sich als Anarcho-Syndikalist*innen bezeichnen, geben sich mit der Welt, wie sie zurzeit ist, nicht zufrieden. Sie wollen sie verändern. Aber was steckt dahinter?

Auf welchen Grundannahmen basiert ihr Wille zur Veränderung? Welche Ziele verfolgen sie und mit welchen Strategien sowie Mitteln wollen sie diese erreichen? Wer kann oder sollte da überhaupt mitmachen? Und – könnte das Ganze sogar etwas für mich sein?

Die Fragen sollen an diesem Abend zumindest einführend beantwortet werden. Bestimmt wirft er aber auch neue Fragen auf, die anschließend gerne gestellt und diskutiert werden können.

– – –

Im letzten Oktober beteiligten wir uns an der Demonstration „Don’t stop believin‘ – Eine andere Welt ist möglich!“. Verschiedene Organisierungen, Gruppen und Einzelpersonen verdeutlichten dort ihren Glauben an eine und den Wunsch nach einer besseren Welt. Einer Welt, „in der nicht das endlose Streben nach Profit im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen. Die auf gegenseitiger Hilfe und Solidarität beruht, statt uns in brutale Konkurrenz zueinander zu stellen. Eine Welt, in der wir achtsam mit den Ressourcen umgehen, die uns die Natur zur Verfügung stellt, statt uns unsere eigene Lebensgrundlage zu zerstören. In der wir selbstbestimmt leben können und sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen.“
Wir waren und sind weiterhin der Überzeugung, „dass es an uns selber liegt, diese Welt auch zu erkämpfen und zu gestalten“ (beide Zitate aus dem Demoaufruf).

Uns dieser Verantwortung bewusst, wollen wir in diesem Vortrag die Konzepte und die Ideen des Anarcho-Syndikalismus vorstellen, auf die wir uns in unserer Arbeit beziehen.

– – –

Teil A: Vortrag eines Mitglieds der FAU Sektion Mönchengladbach
Teil B: Raum für Kennenlernen, Austausch und Diskussionen

Mittwoch, 11.03.2020
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Chapeau Kultur (Bahnhofstraße 24, 41236 MG-Rheydt)

Die Sektion freut sich immer auch über neue Mitstreiter*innen – vielleicht kämpfen wir schon bald gemeinsam für eine andere, eine bessere Welt. Wenn du Interesse hast, quatsch uns einfach an.


26. Dezember 2019

Lernen mit der Sektion MG

Bildungstreffen #2

Nachdem wir uns beim ersten Treffen bereits über verschiedene Themen (Was bedeutet Gewerkschaft für mich und was erwarte ich mir von ihr?) ausgetauscht und begonnen haben, gemeinsam die Broschüre „Streiken ist unser gutes Recht“ der FAU Dresden (https://www.fau.org/materialien/streiken-ist-unser-gutes-recht) zu lesen und zu diskutieren,

wollen wir uns im Januar wieder treffen. Hierfür wurden bereits zwei Ideen eingebracht. Neben der weiteren Diskussion der Broschüre, soll es auch einen Austausch über die eigenen, aktuellen (Lohn-)Arbeitsbedingungen und darüber geben, was für uns konkrete Verbesserungen wären.

Kommt gerne vorbei.
See you!

Montag, 13.01.2020
Waldhausen Astoria
Waldhausener Straße 14
41061 Mönchengladbach
19:00 Uhr – 22:00 Uhr


26. Dezember 2019

Anders als geplant

Nachbericht zur Veranstaltung „Anarchosyndikalismus – Ist das neu, oder kann das weg?“, am 08.12.2019, im Chapeau Kultur, Mönchengladbach-Rheydt:

Wir, die FAU Sektion Mönchengladbach, lasen nicht wie angekündigt aus dem Buch „Schwarze Flamme – Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus und Syndikalismus“ von Lucien van der Walt und Michael Schmidt, sondern stellten kurzfristig um auf den Text „Das Langweiligste der Welt – Die Gewerkschaft als Mittel zur Transformation“ von Holger Marcks.

Was bewegte uns zu dieser Änderung? Am Tag der Veranstaltung erreichten uns ausführliche Informationen zu Michael Schmidt, einem der beiden Autoren von „Schwarze Flamme“, der offenbar als sogenannter „Nationalanarchist“ innerhalb und außerhalb des Internets in Erscheinung getreten ist. Wir halten seine massiv nationalistischen und rassistischen Äußerungen für ausreichend belegt (s. dazu die Links am Ende des Berichts).

Im Buch selber fanden wir keine solche Inhalte und auch bei der Vorbereitung der Veranstaltung sind wir nicht auf entsprechende Hinweise im Internet gestoßen. Die bekannt gewordenen Ansichten und Aktivitäten Schmidts haben für uns aber nichts mit Anarchismus und Syndikalismus zu tun. Wir lehnen sie vollständig ab. Daher wollten wir uns bei unserer Veranstaltung nicht mehr explizit auf ein Buch beziehen, bei dem dieser Co-Autor ist.

Den Text von Holger Marcks hielten wir für eine sehr gute Alternative und unsere Entscheidung für ihn wurde mit unserer entsprechenden Erläuterung von den ca. 15 Besucher*innen positiv aufgenommen. So lasen und diskutierten wir also kapitelweise miteinander den Text über gesellschaftliche Transformationsstrategien außerhalb von Parlamenten. Wir beschäftigten uns mit der syndikalistischen Konzeption etwa im Kontrast zum politischen Marxismus. Die Notwendigkeit, das Kampffeld zur Änderung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse im Bereich der Ökonomie zu suchen, war ein Aspekt. Das Konzept der „direkten Aktion“ ein weiterer. Ebenso wie das Föderalismuskonzept im Syndikalismus mit einer weitgehenden Selbständigkeit der Basiseinheiten. Anschließend kamen kamen wir zur Revolutionstheorie des Syndikalismus, die nicht auf eine politische, sondern auf eine soziale Revolution abzielt. Zum Schluss ging es um die Revolution als das „Langweiligste der Welt“, weil sie die kleinen Kämpfe um alltägliche Verbesserungen für möglichst alle Menschen in der Gesellschaft miteinschließt und sie nicht als ein kurzzeitiges Event, das von heute auf morgen einfach eintritt, gedacht wird

Marcks‘ Aufsatz wurde allgemein als recht anspruchsvoll eingestuft. Einmal nahmen wir auch das Internet zu Hilfe, um einen unklaren Begriff für uns alle zu klären. Angeregt durch den Text kritisierte ein Diskussionsteilnehmer die Vernachlässigung der „Frauenfrage“ bei Marx im Vergleich zum Anarchismus, ein anderer beklagte den Zustand der Linken ganz allgemein und hielt einige genannte anarchosyndikalistische Grundüberzeugungen für nutzenswert.

Die Veranstaltung hat uns gezeigt, dass Menschen unterschiedlichen Alters an der gemeinsamen Lektüre und Diskussion relativ komplexer Texte interessiert sind. Das ermutigt uns, ähnliche Veranstaltungen auch in Zukunft zu machen und für anarchosyndikalistische Theorie sowie Praxis ein breiteres Bewusstsein zu schaffen.

Recherche zum Co-Autor Michael Schmidt: https://medium.com/@rossstephens/about-schmidt-how-a-white-nationalist-seduced-anarchists-around-the-world-chapter-1-1a6fa255b528

Statement von Lucien van der Walt: https://ithanarquista.wordpress.com/2017/04/11/lucien-van-der-walt-2017-statement-on-michael-schmidt-affair-10-april-2017/

Stellungnahme von AK Press: https://m.facebook.com/AKPress/posts/10156164515845249


02. Dezember 2019

Gemeinsam bilden in Mönchengladbach

Offenes Bildungstreffen der Sektion MG für alle Interessierten 📍

Zu unserem Verständnis von Gewerkschaftsarbeit und -leben gehört, dass wir möglichst viel auf direktem Weg, also selbstständig und ohne große Umwege selber erledigen wollen.

Dafür ist es wichtig, dass wir u.a. auch Kenntnisse darüber und Fähigkeiten dafür erwerben, wie wir das überhaupt und dass wir das bestenfalls mit größtmöglichem Erfolg schaffen können.

Darum wollen wir mit diesem Treffen einen regelmäßigen Rahmen schaffen, in dem wir gemeinsam lernen, uns austauschen und gegenseitig unterstützen können.

Beim ersten Treffen wollen wir uns zunächst darüber austauschen und sammeln, welche Bedürfnisse und Interessen die Menschen mitbringen, die beim Treffen sind.

Vielleicht gibt es Fragen wie: Darf mich mein Boss so behandeln? Wie organisiere ich mich und meine Kolleg*innen an meinem Arbeitsplatz? Welche Rechte habe ich als Arbeiter*in und wie ist eigentlich mein Arbeitsvertrag zu bewerten? Wie könnte meine Arbeit in der Zukunft aussehen, wenn wir die Produktion selber und nach unseren Bedürfnissen verwalten?

Wer weiß – es liegt eben bei uns. Fest steht bisher nur eins: nämlich, dass wir auch unsere Bildung in die eigenen Hände nehmen wollen.

Komm vorbei, mach mit.
Each one, teach one!

Mittwoch, 11.12.19
19:00 Uhr – 22:00 Uhr
Waldhausen Astoria (Waldhausener Straße 14, 41061 Mönchengladbach)


29. November 2019

Anarchosyndikalismus – Ist das neu oder kann das weg?

Neu ist das nicht! Schon seit den 1860er-Jahren haben sich Menschen in verschiedensten Ländern und Erdteilen nach anarchistischen und syndikalistischen Ideen organisiert.

Und weg kann das schon gar nicht! Denn eine andere Welt ist möglich, wenn wir uns nicht zurückziehen und nur davon träumen, sondern uns wehren und uns um schönere Leben auf dieser Welt selbst kümmern. Wir setzen auf Vertrauen in uns und unser gemeinsames Lernen auf dem Weg.

Es ist möglich, ohne Kapitalismus, Hierarchien und mächtige Stellvertreter*innen selbstbestimmte, verbundene, gedeihliche Gemeinschaften zu bilden und aufrecht zu erhalten. Dafür kämpften und kämpfen Menschen auf der ganzen Welt.

Lucien van der Walt und Michael Schmidt haben mit ihrem Buch „Schwarze Flamme“ eine spannende Geschichte dieser Gegenmacht geschrieben. Lasst uns an diesem Abend ein paar ausgesuchte Stellen daraus lesen und gemeinsam diskutieren.

Wir sind keine Diplom-Anarchist*innen, die eine Fachtagung machen. Kommt, wenn ihr euch auch nach einem freieren, guten Leben für alle sehnt!

Eintritt frei.

Sonntag, 08.12.19
19:00 Uhr – 22:00 Uhr
Chapeau Kultur (Bahnhofstraße 26-28, 41236 Mönchengladbach)


28. November 2019

„Ein Plädoyer für Selbstorganisation und Selbstermächtigung“ – Nachbericht zum Filmabend

Am 07.11.2019 veranstaltete die FAU Sektion Mönchengladbach ihre erste öffentliche Veranstaltung im Chapeau Kultur in Rheydt. Vor Ort stand währenddessen ein Infotisch mit verschiedenen Broschüren und einigen Stickern parat. Gemeinsam schauten wir mit ca. 15 Personen den Film „Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum“ von labournet.tv.

Nach einer kleinen Pause des Umbauens starteten wir mit der Diskussionsrunde und Gedanken zum Film. Nach einer Weile entwickelte sich die Diskussion hin zum Bereich der sozialen Arbeit, da die Mehrzahl der Anwesenden in diesem Bereich tätig ist. Es ging um Streiks in Pflege- und Erziehungsberufen und die Problematik, dass in Bereichen, in denen nicht produziert wird, nur schwer ein ökonomischer Schaden hervorgerufen werden könne, um Druck zu erzeugen.

Eine andere Aussage war, dass es schon zu ökonomischen Schäden kommen könne, da es sich teils um profitorientierte, private Pflegestätten handele. Für den Erziehungsbereich wurde eingebracht, dass die Eltern und ihre Unterstützung sehr wichtig seien.

Als erschwerend wurden grundsätzlich auch die Skrupel der Beschäftigten gegenüber ihren Schutzbefohlenen genannt („liegen dann in ihrer Scheiße, wenn keine*r sich kümmert“).

Schön waren die Wünsche nach einem bundesweiten Streik im sozialen Bereich, um die Kraft aber auch die Notwendigkeit dieses Bereiches zu demonstrieren. Beim Aufräumen gingen die Gespräche im Kleinen weiter. Es war eine sehr schöne und gelungene Veranstaltung.

Doch trotz aller Niederlagen ist dies ein Plädoyer
für Selbstorganisation und Selbstermächtigung.

Der Tagesspiegel


13. Oktober 2019

Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum

Die Sektion Mönchengladbach lädt ein zu einem Filmabend mit anschließender Diskussion. Vorgeführt wird der Mitte diesen Jahres in die Kinos gekommene Film „Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum“. In der Folge gibt es Raum für Austausch über Film sowie Selbstorganisation, Gewerkschaftsarbeit und Arbeitskämpfe allgemein.

Donnerstag | 7. November 2019
Chapeau Kultur | Bahnhofstraße 26-28 | 41236 Mönchengladbach
Einlass: 18.30 Uhr | Beginn: 19.00 Uhr

Der Eintritt ist frei, doch über Spenden zur Deckung der Vorführungsgebühren und Unterstützung basisgewerkschaftlicher Arbeit in Mönchengladbach würden wir uns freuen.

D 2019, 70 min, Regie: Johanna Schellhagen/labournet.tv

1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“(GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert.

Als Betriebsräte gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen General Motors Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen.

Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich im wichtigsten Wilden Streik der deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte.

Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften. Ihre Praxis einer unbeirrten Betriebspolitik von unten zeigt, dass Widerstand möglich ist. Auch heute. Auch in Großbetrieben.


26. September 2019

Don’t stop believin‘! Start organizing!
Demo am 12. Oktober in Mönchengladbach!

Die neugegründete Sektion Mönchengladbach der Freien Arbeiter*innen Union ruft alle Arbeiter*innen, Erwerbslosen, Studierenden, Schüler*innen und Rentner*innen dazu auf, sich an der Demo unter dem Motto „Don’t stop believin‘ – Eine andere Welt ist möglich“ zu beteiligen und lädt dazu ein, sich dem basisgewerkschaftlichen Blöckchen anzuschließen.

 

Lasst uns zusammen deutlich machen, dass wir einer Welt voller Ausbeutung, Herrschaft, Unterdrückung, Fremdbestimmung und Vereinzelung schon heute mit unserer Organisierung etwas entgegensetzen. Dass wir auf eine Welt hinarbeiten, in der wir alle gesellschaftlichen Bereiche nach unseren Bedürfnissen selber verwalten. Dass wir dafür bereits jetzt beginnen, uns zusammenzuschließen, zu lernen, uns gegenseitig zu helfen und für Verbesserungen unserer Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen.

Ob bereits organisiert oder noch nicht: Wir sehen uns unter den schwarz-roten Fahnen!

Samstag // 12. Oktober // ab 18:00 Uhr // Europaplatz vor dem Hbf MG

 


5. Mai 2019

„Es ist an der Zeit, unsere eigene Geschichte zu schreiben!“

Am 3. Mai hatte die Mönchengladbacher Initiative für eine solidarische und kämpferische Basisgewerkschaft ihre Auftaktveranstaltung im Köntges. Nachdem zunächst die Grundsätze, Arbeitsweise und Ziele der Freien Arbeiter*innen Union (FAU) erklärt wurden, ist die Initiative Mönchengladbach vorgestellt und dazu eingeladen worden, sich an ihr zu beteiligen. Nicht wenige der anwesenden Menschen äußerten anschließend ihr Interesse, sich auf diese Weise vor Ort organisieren zu wollen.

Bis zu 30 Personen versammelten sich am Freitagabend im gemütlichen Köntges auf der Waldhausener Straße. Rudolf Mühland gab als langjähriger FAU-Aktivist eine einleitende aber umfassende Übersicht darüber, was die Ideen hinter und die Prinzipien der Arbeit einer Basisgewerkschaft sind. Beispielhaft wurden immer wieder Arbeitsfelder benannt, die in der Gewerkschaftsföderation oder ihren selbstständigen Syndikaten in der Vergangenheit oder Gegenwart eine Rolle spiel(t)en. Ganz zentral dabei: die gegenseitige Hilfe und die Direkte Aktion. Einerseits die praktische Umsetzung von Solidarität bei den alltäglichen Arbeits- aber auch sonstigen Kämpfen. Andererseits das Durchsetzen der Interessen der Lohnabhängigen oder Diskriminierten mithilfe ihrer eigenen Macht – ohne an Parteien und Co. zu appellieren oder andere Umwege auf sich zu nehmen. Denn die Menschen, die in der FAU organisiert sind, wollen nicht nur ein bisschen mehr Lohn oder ein, zwei Urlaubstage mehr. Sie wollen langfristig ein Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung, Herrschaft und Diskriminierung erreichen. Eines, in dem die Arbeiter*innen die Wirtschaft und alle sonstigen Gesellschaftsbereiche selber verwalten und nach ihren eigenen Bedürfnissen organisieren – und nicht dem endlosen Streben nach Profit, dass genau diesen Interessen im Wege steht.

Nach der Vorstellung der Initiative Mönchengladbach stellte sich dann natürlich die Frage, was der Theorie folgen würde und ob überhaupt ein Interesse bei den Anwesenden besteht, sich zu organisieren. Die eindeutige Antwort: Ja. Gleich mehrere Menschen äußerten anschließend ihr Interesse, sich an der Initiative Mönchengladbach beteiligen und Teil der FAU werden zu wollen.

Neben den beiden Vorträgen bot der Abend bei leckerem Essen und Trinken gegen Spende noch viele Möglichkeiten für Diskussionen, gemeinsamen Austausch und gegenseitiges Kennenlernen. Und alle, die sich noch mehr u.a. mit dem Thema Anarchosyndikalismus auseinandersetzen wollten, konnten auf einen Büchertisch und die Libertäre Bibliothek zurückgreifen.

Charlie Feyerabend, der seit einem halben Jahr Mitglied der FAU in Düsseldorf ist, selber aber in Mönchengladbach lebt und arbeitet, fasst seine Sicht der Dinge rückblickend wie folgt zusammen: „Es ist ein schönes und ermutigendes Gefühl zu wissen, dass man mit seinen Problemen – sei es auf der Arbeit oder in anderen Lebensbereichen – nicht alleine dasteht. Dass es andere Menschen gibt, die genau mit demselben Mist zu kämpfen haben wie ich und sich das auch nicht länger gefallen lassen, sondern für etwas besseres kämpfen wollen. Für mich ist genau das, also das Herauskommen aus Vereinzelung, Hilflosigkeit und Isoliertheit, indem wir uns stattdessen gemeinsam organisieren, der erste wichtige Schritt.

Ich bin gespannt und freue mich darauf, wie es weitergeht und wie sich die Initiative Mönchengladbach entwickeln wird. Vielleicht auch noch mit der ein oder anderen Person, die bei unserer ersten Veranstaltung nicht dabei sein konnte. Unsere Postfächer stehen allen Interessierten ja weiterhin offen.

Diese, unsere Geschichte schreibt weder unser Boss, noch irgendeine Politikerin oder ein Gewerkschaftsfunktionär, die uns sagen wollen, wie der Hase zu laufen hat – die schreiben wir selber!“


12. April 2019

Für eine solidarische und kämpferische Basisgewerkschaft in Mönchengladbach

Du musst fast täglich deine Arbeitskraft verkaufen, weil du nur so an Geld kommst, um deine Bedürfnisse (Miete, Ernährung, Mobilität, Kultur etc.) zumindest etwas befriedigen zu können? Du sitzt z.B. im Büro, arbeitest auf dem Bau, der Gastronomie oder einer Kindertagesstätte? Du hast gerade keine Arbeitsstelle, bist erwerbslos oder erhältst staatliche Sozialleistungen? Oder du kümmerst dich unbezahlt um den Haushalt, die Kinder und die zu pflegenden Verwandten? Du wirst gerade auf den ganzen Kram in Schule, Ausbildung und Studium vorbereitet und hängst obendrein vielleicht noch in einem Nebenjob?

Dann haben wir etwas gemeinsam: wir sind lohnabhängig, wir sind Arbeiter*innen und damit Teil der Arbeiter*innenklasse.

Während in der aktuellen Gesellschaftsform einige Wenige die Produktionsmittel (Fabriken, Büros, Maschinen, Ressourcen etc.) besitzen, haben wir ausschließlich unsere Arbeitskraft, die wir zu Geld machen müssen, indem wir sie an die Besitzenden verkaufen. Diese lassen uns möglichst lange für möglichst wenig Kohle schuften, denn schließlich sind wir für sie ein Kostenfaktor. Und den wollen sie so klein wie irgendwie möglich halten, denn schließlich stehen sie selber auch im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, in dem sie vorne mitspielen wollen. Wir haben außerdem rein gar nichts zu kamellen, wenn es grundsätzlich darum geht, was und unter welchen Arbeitsbedingungen wir produzieren wollen. Genauso wenig gehört das, was wir produzieren, uns – die Profite machen damit die Besitzenden. Auch Staaten wiederum stehen untereinander in Konkurrenz. In diesen Verhältnissen sind auch die Arbeitskräfte Kostenstellen, deren Löhne (in Teilen) aus öffentlichen Geldern bezahlt werden, wie z.B. Lehrer*innen, Erzieher*innen oder Pfleger*innen. Der Staat schmückt sich zwar mit sozialen Federn, aber genau er ist es, der die Eigentumsordnung mit seinen Institutionen überhaupt durchsetzt und aufrechterhält, die für die gesellschaftliche Ungleichheit verantwortlich ist. Darum: nicht auf Staat und Parlament vertrauen, sondern auf Organisierung von unten bauen!

Wie klingt es also für dich, wenn deine Gewerkschaft solidarisch, selbstorganisiert, horizontal, basisdemokratisch, föderalistisch, (klassen)kämpferisch, von unten, antikapitalistisch, feministisch, ohne Funktionär*innenapparat, internationalistisch, antirassistisch, antifaschistisch, ohne Stellvertretungspolitik, unabhängig – oder schlicht und einfach: anarchosyndikalistisch ist – und außerdem auf gegenseitige Hilfe und direkte Aktionen zur Wahrung und Verbesserung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen setzt? Eine Gewerkschaft die den Anspruch hat, viel mehr als nur eine Gewerkschaft im klassischen Sinne zu sein. Mit einem gesamtgesellschaftlichen Ansatz, der alle sozialen Bereiche dahingehend umkrempeln will, dass die Bedürfnisse der Menschen und nicht das Streben nach Profit Ausgangspunkt gesellschaftlichen Handelns sind.

Die Initiative Mönchengladbach ist angebunden an die FAU Düsseldorf. Bis sich in Mönchengladbach ein eigenes Syndikat gründet, ist es am sinnvollsten, Mitglied in der FAU in Düsseldorf zu werden. Denn neben den grundsätzlichen Vorteilen der Mitgliedschaft, unterstützt die FAUD die Initiative, steht mit Rat und Tat zur Seite und übernimmt Verwaltungsaufgaben, so dass sich die Mitglieder in Mönchengladbach vor allem auf wichtige Tätigkeiten vor Ort konzentrieren können.

Auf geht’s, organisieren wir uns in Mönchengladbach! Lasst uns gemeinsam für unsere ökonomischen, sozialen und kulturellen Interessen kämpfen und daran mitwirken, die Gesellschaft von unten in eine andere umzuwälzen – eine, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert!

Kontakt: initiative-mg@fau.org

zur Veranstaltung gelangst du durch einen Klick auf das Bild

 

 

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