Sektion Mönchengladbach


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24. Mai 2020

#BornheimStreik

Was bisher passiert ist und wie wir die rumänischen Feldarbeiter*innen in ihrem Arbeitskampf auch weiterhin unterstützen können:

Protestkundgebung am 19. Mai

15. Mai: rumänische Feldarbeiter*innen beginnen u.a. aufgrund ausbleibender Lohnzahlungen einen Streik bei Spargel Ritter in Bornheim bei Bonn
16. Mai: FAU Bonn vernetzt und solidarisiert sich mit den Streikenden
17. Mai: FAU Bonn übernimmt Vertretung der streikenden Spargel*bäuerinnen und ruft zu Demonstration auf darauffolgenden Tag auf
18. Mai: große Unterstützung bei Demonstration, allerdings keine vollständige Auszahlung der Löhne
19. Mai: Protestkundgebungen vor dem Büro des Insolvenzverwalters und Besuch des rumänischen Konsulats bauen weiteren Druck auf
20. Mai: FAU Bonn stellt Forderungen auf und kritisiert Lohnauszahlungen in Wildwest-Manier
22. Mai: FAU Bonn prüft Anstrengung von 180 Gerichtsverfahren gegen verantwortlichen Insolvenzverwalter
23. Mai: FAU Bonn interveniert bei rechtswidriger Räumung der Unterkünfte der Arbeiter*innen

Bei den Protesten am 19. Mai gab es auch Unterstützung aus unserer Sektion. Unser Sektionsmitglied Charlie Feyerabend twitterte von vor Ort. Einen zusammenfassenden Bericht dieses Tages gibt es hier.

Die FAU Bonn war im Laufe des Konfliktes gezwungen, auch juristischen Beistand zu organisieren. Um diesen zu bezahlen, die Kolleg*innen in ihrem Kampf weiter aktiv unterstützen zu können und um den Kolleg*innen über die ökonomische Krise, die der Insolvenzverwalter zu verantworten hat, hinweg zu helfen, benotigen wir eure Spenden.

Ihr könnt diese ab sofort auf dieses Konto überweisen:

FAU
IBAN: DE25 3506 0386 1112 5200 05
BIC: GENODED1VRR
Verwendungszweck: Spargel Ritter


19. Mai 2020

Stellungnahme zur Causa Köntges

Die Bezirksvertretung Nord hat am 13.05.2020 eine Beratungsvorlage der Stadtverwaltung diskutiert, nach der das Projekt „Köntges – Raum für unser Viertel“ einen Zuwendungsbetrag von 17.050 € für Personalkosten erhalten soll, damit u.a. das dortige Programm ermöglicht werden kann.
Die CDU-Nord stellt hierbei nicht hinnehmbare Bedingungen für die Gewährung der Zuschüsse. Laut diesen darf das Köntges ausschließlich für Veranstaltungen mit klarem Kultur- und Quartiersbezug genutzt werden, während so bezeichneten, „politisch tendenziösen Veranstaltungen“, kein Raum überlassen werden soll.

Eine dieser als solche bezeichneten war unsere Veranstaltung „Eine andere Gewerkschaft in MG ist möglich!“, die dort im Mai 2019 vor knapp 30 Besucher*innen stattfand. Sie war der Ausgangspunkt der Initiative für eine solidarische Basisgewerkschaft in der Stadt, aus der unsere heutige Sektion der Freien Arbeiter*innen Union entstanden ist.

Wir verstehen das Handeln der CDU einerseits als einen Versuch, die basisgewerkschaftliche Selbstorganisation von Lohnabhängigen in MG, sei es z.B. von Angestellten, Arbeiter*innen, Studierenden oder Erwerbslosen, zu erschweren und in letzter Konsequenz zu unterbinden. Es ist damit ein Angriff auf unsere Arbeit, von der wir uns aber nicht werden abbringen lassen. Denn es gibt weiterhin unzählige unzumutbare Arbeits- und Lebensbedingungen für Menschen in dieser Stadt, in der unter kapitalistischen Vorzeichen allein Profit und eben nicht unsere Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Andererseits offenbart die CDU hier ihr Verständnis davon, was sie unter Kultur- und Quartiersarbeit versteht und wie sie ihre diesbezüglichen Interessen durchsetzen will. Denn es könnte ja die Frage gestellt werden, wie die CDU darauf kommt, dass politische Debatten, die in Zusammenhang mit diesen sogenannten „tendenziösen“ Veranstaltungen stattfinden, keine Kultur- und keine Quartiersarbeit seien? Auseinandersetzung mit und Antwort auf diese Frage dürften aber für sie keine Relevanz haben, denn mithilfe ihrer Machtposition durch die finanzielle Abhängigkeit des Köntges versucht sie, ihre eigene Kulturdefinition von oben einfach durchzusetzen. Dass dieser dann verschiedene emanzipatorische, feministische und eben basisgewerkschaftliche Organisationen und Projekte zum Opfer fallen, ist dabei ihr eigentliches Ziel und somit nur folgerichtig.

Aber wer sollte überhaupt bestimmen, was Kultur- und Quartiersarbeit bedeuten und wie diese auszusehen haben? Unserer Meinung nach können das nur die Menschen vor Ort, die dort ihre Kultur erschaffen und leben sowie das Quartier gestalten. Genauso kann damit die Frage, welche Themen im Köntges und auch an anderen Orten der Stadt behandelt werden, einzig und allein von den Menschen beantwortet werden, die diese Kultur mitgestalten und leben.

Wir freuen uns in Mönchengladbach weiterhin auf vielfältige Veranstaltungen und Aktivitäten jeder Art, die Menschen dazu ermutigen möchten, herrschende Verhältnisse kritisch zu hinterfragen und dazu anregen, gemeinsam nach Lösungen für bessere Lebensbedingungen zu suchen und gemeinsam für diese zu streiten.

Kämpfen wir zusammen dafür, unsere Kultur und Nachbar*innenschaften sowie alle anderen Arbeits- und Lebensbereiche selbst und nach unseren Bedürfnissen zu gestalten! Für eine Stadt von unten! Selbstbestimmt mit politischer Teilhabe auf allen Ebenen!


16. Mai 2020

Antworten von Corona müssen emanzipatorisch sein

Quelle: MSSQ

Morgen werden auf dem Rheydter Markt unter anderem Faschist*innen und Verschwörungstheoretiker*innen erwartet, die gegen den von ihnen sogenannten „Coronawahnsinn“ demonstrieren wollen. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass sich weitere (nicht explizit rechte) Menschen der Versammlung anschließen werden.

 

Sechs Vorschläge, die es unserer Meinung nach umzusetzen gilt:

1. Den Faschist*innen entgegentreten und ihnen nicht die Straße überlassen.

2. Ihren Mitläufer*innen deutlich machen, dass es keine Alternative ist, sich mit Faschist*innen gemein zu machen.

3. Verschwörungstheorien jeglicher Form als das zurückweisen, was sie sind: nämlich falsche Welterklärungen, auf denen sich keine emanzipatorischen Bewegungen und Organisationen aufbauen können, die unsere Leben wirklich verbessern könnten.

4. Ihre Forderungen, Maßnahmen zum Pandemieschutz aufzuheben, in ihrer Konsequenz zu verstehen: nämlich, dass sie sich damit letztendlich auf einer Seite mit Bossen, Unternehmen und Staat befinden, deren allerhöchstes Interesse es ist, auch auf Kosten der Arbeiter*innen möglichst schnell wieder viel produzieren und verkaufen bzw. eine starke und international konkurrenzfähige Wirtschaft vorweisen zu können.

5. In Zeiten der Corona-Pandemie (und nicht nur da) das Heft selbst in die Hand nehmen und dabei u.a. auch autoritäre staatliche Maßnahmen in Sachen Versammlungsrecht nicht hinnehmen. Und grundsätzlich gilt: wer will schon dauernd nur auf rechte Umtriebe reagieren, wenn es nicht nur in Zukunft z.B. unzählige feministische, anti-rassistische und Arbeitskämpfe zu führen gibt, sondern sie bereits jetzt (oft ohne vergleichbare Öffentlichkeit) geführt werden.

6. Uns also nun endlich als direkt oder indirekt Lohnabhängige selbst an der Basis organisieren und uns nicht nur gegen Angriffe auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen (nicht nur Gesundheit betreffend) wehren, sondern sie endlich verbessern!

Darum: Morgen nach Rheydt! Es dabei aber nicht belassen!


02. Mai 2020

Erster Mai in Mönchengladbach

Die Gladbacher FAU-Sektion war zum alljährlichen Kampftag der Arbeiter*innenklasse trotz Versammlungseinschränkungen in Zeiten des Coronavirus auf den Straßen unterwegs. Mit Transparent, Schildern, Fahnen und natürlich Mund-Nasen-Schutzmasken besuchten wir mehrere Orte in der Stadt und machten dort deutlich, wofür wir kämpfen wollen.

Die Grundlagen unserer Überzeugungen sind dabei klar:

Heraus zum 1. Mai! Hinein in deine lokale Basisgewerkschaft!
Wir kriegen nur, wofür wir kämpfen! Heute Arbeitskämpfe & morgen eine ganze Welt zu gewinnen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zunächst wandten wir uns den Arbeitsbedingungen der Arbeiter*innen aus dem Gesundheitswesen und dieser Branche allgemein zu.

Profit-Denken im Gesundheitswesen geht gar nicht. Kapitalismus abschaffen!

Hierfür fanden wir uns vor den Kliniken Maria Hilf ein, die nur beispielhaft für unzählige weitere Betriebe und Einrichtungen steht, in denen Kolleg*innen von uns arbeiten, um ihren Lohn zu verdienen, während sie versuchen dazu beizutragen, dass wir uns unserer Gesundheit möglichst lange erfreuen können.

Keine Ausweitung des Arbeitstages auf 12 Stunden!

Das wird allerdings dadurch verunmöglicht, dass das Gesundheitswesen ebenfalls den wirtschaftlichen Zwängen des Kapitalismus unterliegt, die Profitmaximierung bei dafür notwendiger Kostenersparnis – nicht nur auf den Rücken der dort behandelten und versorgten Patient*innen, sondern auch auf denen der Pfleger*innen, Reinigungskräften u.a. – bedeuten.

Konkret führt zur Zeit die mit dem Coronavirus begründete, vorübergehende Außerkraftsetzung des Arbeitszeitgesetzes dazu, dass Arbeiter*innen aus diversen Branchen (u.a. eben Gesundheit, außerdem Energieversorgung, Produktion/Transport von Waren des täglichen Bedarfs) nun zunächst bis Ende Juni diesen Jahres a) bis zu zwölf Stunden und b) bei Verkürzung der Ruhezeiten auf bis zu neun Stunden zur Arbeit eingesetzt werden können. Das ist ein Angriff auf die Menschen, die diesen Branchen arbeiten und ihre Gesundheit!

Darum wollen wir uns mit unseren Kolleg*innen vor Ort organisieren und mit ihnen gemeinsam kämpfen für ein bedürfnisorientiertes Gesundheitswesen in den Händen derer, die in ihm arbeiten und es nutzen!

Jetzt nicht mit warmen Worten abspeisen lassen! Organisiert euch Kolleg*innen!

Weiter ging es nach Rheindahlen. Schon im November 2019 berichtete MG-Heute nach einem Pressetermin im Mönchengladbacher Amazon-Zentrum, dass unter „unzumutbaren Lärmbedingungen [..] etliche Arbeiter und Arbeiterinnen Tätigkeiten verüben [müssen], die gerade mal 4 (vier) Handgriffe umfassen“. Im Resümee heißt es dann auch schlussendlich, dass die Arbeit im Rheindahlener Amazon-Zentrum „für die meisten Mitarbeiter verlorene Lebenszeit“ sei.

Auch der kununu-Bericht einer Ex-Logistikmitarbeiterin macht deutlich, wen die Lohnarbeitsbedingungen dort besonders treffen:

„Amazon macht sich ganz clever hier die schwächsten in der Nahrungskette zum Vorteil, Leute die keine andere Wahl und die es sonst zu schwer haben, aus verschiedensten Gründen. […] Irgendwann wird es aber auf irgendjemanden zurückfallen, daran glaube ich, denn Karma regelt.“

An Karma glauben wir nicht. Wenn etwas regelt, dann ist das eine starke gewerkschaftliche Organisierung von unten! Auch wenn diese bei einem Konzern wie Amazon und dessen Strukturen in der Tat nicht unwesentliche Herausforderungen mit sich bringt. Umso wichtiger ist also eine werks- und auch grenzüberschreitende Organisierung der dort Beschäftigten.

Jeden Tag ohne Ende abgeliefert und trotzdem schlecht bezahlt?

Denn in vielen Bereichen sind die dort Arbeitenden nur unzureichend vor gesundheitsgefährdenden Arbeiten geschützt, was vielen in Zeiten des Coronavirus nochmal mit aller Deutlichkeit vor Augen geführt wird. Dazu zählen auch unterschiedlichste Lieferdienste, seien sie für Lebensmittel oder sonstige Waren, bei denen es häufige Kund*innenkontakte gibt. Damit unsere Kolleg*innen bestmöglich geschützt sind (wenn sie schon arbeiten müssen), ist es absolut notwendig, dass ihnen die Betriebe entsprechende Schutzmaterialien zur Verfügung stellen.

Ein weiteres Thema, dass uns auch am 1. Mai beschäftigt hat: Eigentlich sollten die Tarife im Einzelhandel demnächst erhöht werden. Der Handelsverband HDE hat aber vorgeschlagen, das wegen der Corona-Krise zu verschieben und mit dem eingesparten Geld das Kurzarbeitergeld aufzustocken. Sollen sich die Kassierer*innen also ihr Kurzarbeitergeld, von dem sie dann genauso wenig leben können, selbst aufstocken. Genial!

In diesem Zuge sagen wir: Nicht bloß applaudieren! Mehr Kohle! Weg mit den Dumpinglöhnen im Einzelhandel!

 

Ziemlich leer war es hingegen auf dem Rheydter Marktplatz, auf dem wir uns trotz den vom DGB abgesagten Aktivitäten eingefunden haben. Die positive Nachricht dabei: Wir sind davon verschont geblieben, dass uns Politiker*innen wie NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann von der Bühne vollgetextet haben. Den hatte der DGB noch im letzten Jahr voller Freude nach Mönchengladbach geholt. Das sehen wir beispielhaft als ein deutliches Zeichen für den Stand der Dinge beim größten Gewerkschaftsbund in Deutschland – leider. Macht euch selber ein Bild – die TAZ schreibt:

„Laumann will Hartz-IV-Empfängern, die sich nicht den Anweisungen von Arbeitsagenturen und Jobcentern beugen, die Unterstützung komplett streichen […]. Er will der Arbeitsverwaltung deshalb erneut die Möglichkeit geben, die sowieso schon geringen Hartz-IV-Sätze von 432 Euro nicht nur auf 302 Euro zusammenzustreichen – sondern auf null.“

Außerdem plädierte er dafür, Arbeitslosenzentren und damit behördenunabhängigen Erwerbslosen- und Beratungsstrukturen komplett die Fördermittel zu streichen, was einer Zerschlagung dieser gleichkommt. Das ist für uns alles andere als akzeptabel. Wir sagen darum stattdessen: #KlassenkampfStattSozialpartnerschaft

Unsere ersten Aktionen an einem 1. Mai als Sektion in der Freien Arbeiter*innen Union sollen aber nicht als solche für sich stehen bleiben. Denn wenn wir wirklich vorhaben, unsere Arbeits- und Lebenssituationen so nicht mehr so hinzunehmen wie sie zur Zeit sind, dann müssen wir selber dafür kämpfen, dass sie sich ändern.

Als angehende Basisgewerkschaft in Mönchengladbach müssen wir uns weiterentwickeln, wenn wir an Handlungsfähigkeit gewinnen wollen. Wir müssen anarchosyndikalistische Ideen in Mönchengladbach weiter verbreiten und festigen. Und das beste Mittel dafür ist, diese Ideen in unsere gewerkschaftliche Praxis zu übersetzen. Für all dies ist es auf Dauer unerlässlich, dass wir als Sektion wachsen: an Wissen, Erfahrung und Mitgliedern! Darum gilt auch am 2. Mai und allen anderen Tagen: Hinein in deine lokale Basisgewerkschaft! Lad dir unseren Mitgliedsantrag runter, füll ihn aus und schick ihn uns zu oder melde dich mit deinen Anliegen und Fragen bei uns.

Jeden Tag zum Kampftag machen!
Mönchengladbach von unten aufwirbeln!


07. April 2020

Da war ja noch was

Veranstaltungsnachbericht zu einer ganz guten Idee

Am 11. März 2020 veranstalteten wir von der FAU Sektion Mönchengladbach im Rheydter Chapeau Kultur einen Vortrag zur Idee des Anarcho-Syndikalismus mit dem Titel „Eine andere Welt selbst möglich machen.“

Das Risiko für die Bevölkerung durch die Covid-19-Epidemie in Deutschland war trotz der Besorgnis erregenden Situation im Kreis Heinsberg vom Robert-Koch-Institut noch nicht von „gering bis mäßig“ auf „hoch“ eingestuft. Das geschah erst 6 Tage später. Kontaktsperren oder die Schließung von Betrieben ganzer Branchen waren für uns, wie wohl für die meisten Menschen hierzulande, immer noch eher Science-Fiction als reale, in Kürze drohende Maßnahmen. Das änderte sich allerdings rasend schnell. Bei aller Unsicherheit über die nächsten konkreten Entwicklungen und Erlasse dürfte allerdings gewiss sein, dass die sozialen und politischen Folgen nach Abklingen der gesundheitlichen Krise auch uns als anarcho-syndikalistische Basisgewerkschaft noch lange beschäftigen werden.

Zu diesem Zeitpunkt hielten wir eine Absage der Veranstaltung jedenfalls für übertrieben. Wir gingen von einer risikoarmen Kleinveranstaltung im für unsere Zwecke sehr geräumigen Chapeau Kultur aus. Es waren schließlich 8 Besucher*innen da, insgesamt 11 Personen, und Abstand war problemlos möglich.

Ein Mitglied der FAU-Sektion stellte begleitet von einer Power-Point-Präsentation in knapper Form Grundlagen, Ziele, Strategien, Prinzipien und die Organisation innerhalb und außerhalb von Betrieben nach anarcho-syndikalistischem Konzept vor. Ohne uns allzu sehr mit der beeindruckenden Geschichte des Anarcho-Syndikalismus zu beschäftigen, versuchten wir ausgehend von der Kritik am Kapitalismus und am Staat zu entfalten, wie sich Gesellschaft im Kleinen und Großen besser organisieren ließe.

Thematisiert wurde, warum und worin die anarcho-syndikalistische Basisgewerkschaft sich in wesentlichen Punkten von den üblichen Gewerkschaften unterscheidet. Was ist gemeint, wenn der Anarcho-Syndikalismus eine soziale Revolution anstrebt und keine politische? Was ist eine direkte Aktion, und was ist sie nicht? Wie kann gegenseitige Hilfe und Solidarität aussehen? Was bietet das sogenannte „Organizing“? Wie könnte eine klassenlose und staatenlose, für alle gedeihliche Gesellschaft aussehen, die auf Ausgrenzung und Abschottung verzichtet?

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass bei dieser Veranstaltung vor allem Fragen zur Selbstorganisation in der eigenen Nachbarschaft und zur Umstrukturierung der Ökonomie grundsätzlich auf den Nägeln brannten. Es standen nicht wie bei unseren vorherigen Veranstaltungen die persönlichen Arbeitssituationen der Teilnehmenden und deren gesellschaftlichen Bedingungen im Mittelpunkt.

Die Diskussion zeigte uns auch unsere momentanen Grenzen auf. Als kleine Gruppe, die noch in ihren organisatorischen Anfängen steckt, mussten wir von der Sektion Mönchengladbach zwangsläufig etwas allgemein und theoretisch bleiben, und konnten weniger auf eigene, konkrete Projekte verweisen. Als Teil der FAU Düsseldorf haben wir allerdings gute Voraussetzungen, unsere Sache weiter zu entwickeln, vor allem natürlich, wenn Menschen zu uns stoßen und sich mitorganisieren. Da wir auch ein erfahrenes Mitglied der Düsseldorfer Kerngruppe hinzu gebeten hatten, konnten hoffentlich doch einige Fragen aus mehrjähriger Praxis spezifischer beantwortet werden.

Und auch wir lernen hinzu, vielleicht demnächst auch gemeinsam mit euch – entweder bei einer unserer Veranstaltungen oder als Teil der FAU.

Bis dahin: Gebt auf euch acht und auf Menschen in eurer Umgebung, vor allem, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören. Auf bald!


01. April 2020

Gegenseitige Hilfe in Zeiten der Corona-Pandemie

In den letzten Tagen und Wochen haben sich die gesellschaftlichen Zustände dramatisch verändert. Und der weitere Verlauf dieser Krise ist noch lange nicht in Gänze hervorzusehen. Davon betroffen sind letztendlich insbesondere lohnabhängige Menschen – auch in Mönchengladbach. Und wir bekommen die aktuelle Situation mit voller Wucht zu spüren. Darum haben wir hier einige wichtige Hinweise für euch:

  1. Du hast Fragen zur Arbeit in Zeiten von Corona?
  2. Du hast Probleme auf der Arbeit und willst etwas unternehmen?
  3. Du willst deine Nachbar*innen unterstützen oder bist auf der Suche nach Unterstützung in deiner Nachbar*innenschaft?
  4. Du brauchst Kontakte zu spezifischen Organisationen oder Hilfen?
  5. Du willst aktiv werden und dich gewerkschaftlich organisieren?

1. Du hast Fragen zur Arbeit in Zeiten von Corona?

Kolleg*innen der FAU aus Berlin, Jena und Marburg-Gießen-Wetzlar geben Antworten auf Fragen, die sich viele von uns (nicht nur) in der aktuellen Situation stellen müssen:

  • Arbeitsrechtliches FAQ zur Corona-Krise der FAU Berlin (deutsch, farsi)
  • Sonderseite mit Hinweisen und Tipps zur Corona-Krise der FAU Jena (deutsch)
  • zum Arbeitsrecht während der Corona-Pandemie von der FAU Marburg-Gießen-Wetzlar (deutsch, englisch, arabisch)

2. Du hast Probleme auf der Arbeit und willst etwas unternehmen?

Unser Düsseldorfer Muttersyndikat bietet derzeit zwei Möglichkeiten zur Gewerkschaftlichen Beratung an:

  • telefonisch: täglich | 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr | unter +49 (0)179 325 86 4
  • im Gewerkschaftslokal V6: montags | 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr  | Volmerswerther Straße 6 in 40221 Düsseldorf (nach vorheriger Anmeldung unter faud-kontakt@fau.org)

Ansonsten könnt ihr euch mit euren Anliegen natürlich auch an uns wenden. Unsere Kontaktmöglichkeiten: per Mail an faumg-kontakt@fau.org oder per Nachricht via Facebook.

3. Du willst deine Nachbar*innen unterstützen oder bist auf der Suche nach Unterstützung in deiner Nachbar*innenschaft?

Es gibt für Mönchengladbach verschiedene Hilfsnetzwerke, die im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus entstanden sind. Hier sei auf eines hingewiesen, in dem wir uns einbringen:

Coronavirus-Solidarität Mönchengladbach: eine Gruppe bei Facebook, in der Menschen mit ihren Unterstützungsangeboten oder -gesuchen (Einkauf, Gassigang etc.) online zusammenfinden können.

Außerdem ist es absolut sinnvoll, dass wir unsere direkte Nachbar*innenschaft im Blick haben. Auch wir haben unsere Nachbar*innen darüber informiert, dass sie sich bei Bedarf bei uns einfach melden können. Teilweise konnten wir zumindest bereits einige Einkäufe von Menschen aus Risikogruppen übernehmen – gegenseitige Hilfe auch in dieser Form ist praktische Solidarität.

4. Du brauchst Kontakt zu spezifischen Organisationen oder Hilfen?

– Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117 (täglich rund um die Uhr)

– Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016 (täglich rund um die Uhr)

psychologische Beratung des BDP (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen): 0800 777 22 44 (täglich von 8-20 Uhr)

– Telefonseelsorge: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 (täglich rund um die Uhr)

5. Du willst aktiv werden und dich gewerkschaftlich organisieren?

Es ist ein Trugschluss, dass alle Menschen dieser Erde im Anblick der Pandemie im selben Boot säßen oder der Virus gar alle auf gleiche Weise beträfe.

Denn während sich die einen auf ihrer Superjacht isolieren, dürfen sich weite Teile der arbeitenden Bevölkerung weiter zur Arbeit schleppen. Während die einen von ihren Chef*innen vor die Tür gesetzt werden und ihre Jobs verlieren, haben andere mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen zu kämpfen (Stress und erhöhte Ansteckungsgefahren: nicht nur bei Pfleger*innen und Kassierer*innen). Nicht wenige erwartet ein geringerer Lohn in Form von Kurzarbeitergeld. Andere stehen vor der Aufgabe, sich zu Hause um Kinder oder zu Pflegende zu kümmern – ganztags.

Es ist ungewiss, was uns in den nächsten Tagen, Monaten und Jahren noch erwarten wird.

Aber es sollte uns gewiss sein, dass wir von einem Wirtschaftssystem, dessen oberstes Ziel die Steigerung des Profits auf Kosten von Mensch und Natur ist, nichts erwarten sollten. Setzen wir unsere Hoffnungen nicht in diejenigen, die dieses System verwalten. Nicht in die Bosse von Betrieben oder Konzernen, für die wir als Arbeiter*innen letztendlich Kostenfaktoren bei ihrem Profitgescheffel sind, die es möglichst klein zu halten gilt. Und genauso wenig in den Staat mitsamt seinen Politiker*innen, der dieses System aufrecht erhält und dafür nicht nur das Gesundheitssystem bis ins Kleinste zusammenspart.

Es liegt an uns selber, dafür zu sorgen, dass unsere Arbeits- und Lebensbedingungen nicht noch weiter verschlechtert werden. Dafür müssen wir uns zusammenschließen. Gemeinsam können wir uns nicht nur gegen Verschlechterungen wehren, sondern dafür kämpfen, dass sich die Bedingungen, unter denen wir arbeiten und leben, endlich deutlich verbessern.

Der endlose Kampf um mehr Profite findet auf unseren Rücken statt – im Krankenhaus, im Betrieb, auf der Straße, im Lager für Geflüchtete: überall. Und er kostet Menschenleben – tagtäglich.

Lasst und dem Ganzen etwas entgegensetzen: uns selbst!
Organisiert euch mit uns! Fangen wir endlich an, nicht mehr alles hinzunehmen!

Eure Sektion Mönchengladbach
der basisgewerkschaftlichen Föderation FAU


12. Januar 2020

Eine andere Welt selber möglich machen
zur Idee des Anarcho-Syndikalismus

Achtung, verschoben! Die Veranstaltung findet nicht wie zuerst geplant am 31. Januar, sondern am 11. März 2020 statt.

Was steckt hinter dem Begriff, der auf den ersten Blick nicht selten erstmal einige Fragezeichen hervorbringt? Und warum schließen sich Menschen auf der Grundlage dieser Ideen zusammen?

Kurzum: Menschen, die sich als Anarcho-Syndikalist*innen bezeichnen, geben sich mit der Welt, wie sie zurzeit ist, nicht zufrieden. Sie wollen sie verändern. Aber was steckt dahinter?

Auf welchen Grundannahmen basiert ihr Wille zur Veränderung? Welche Ziele verfolgen sie und mit welchen Strategien sowie Mitteln wollen sie diese erreichen? Wer kann oder sollte da überhaupt mitmachen? Und – könnte das Ganze sogar etwas für mich sein?

Die Fragen sollen an diesem Abend zumindest einführend beantwortet werden. Bestimmt wirft er aber auch neue Fragen auf, die anschließend gerne gestellt und diskutiert werden können.

– – –

Im letzten Oktober beteiligten wir uns an der Demonstration „Don’t stop believin‘ – Eine andere Welt ist möglich!“. Verschiedene Organisierungen, Gruppen und Einzelpersonen verdeutlichten dort ihren Glauben an eine und den Wunsch nach einer besseren Welt. Einer Welt, „in der nicht das endlose Streben nach Profit im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen. Die auf gegenseitiger Hilfe und Solidarität beruht, statt uns in brutale Konkurrenz zueinander zu stellen. Eine Welt, in der wir achtsam mit den Ressourcen umgehen, die uns die Natur zur Verfügung stellt, statt uns unsere eigene Lebensgrundlage zu zerstören. In der wir selbstbestimmt leben können und sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen.“
Wir waren und sind weiterhin der Überzeugung, „dass es an uns selber liegt, diese Welt auch zu erkämpfen und zu gestalten“ (beide Zitate aus dem Demoaufruf).

Uns dieser Verantwortung bewusst, wollen wir in diesem Vortrag die Konzepte und die Ideen des Anarcho-Syndikalismus vorstellen, auf die wir uns in unserer Arbeit beziehen.

– – –

Teil A: Vortrag eines Mitglieds der FAU Sektion Mönchengladbach
Teil B: Raum für Kennenlernen, Austausch und Diskussionen

Mittwoch, 11.03.2020
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Chapeau Kultur (Bahnhofstraße 24, 41236 MG-Rheydt)

Die Sektion freut sich immer auch über neue Mitstreiter*innen – vielleicht kämpfen wir schon bald gemeinsam für eine andere, eine bessere Welt. Wenn du Interesse hast, quatsch uns einfach an.


26. Dezember 2019

Lernen mit der Sektion MG

Bildungstreffen #2

Nachdem wir uns beim ersten Treffen bereits über verschiedene Themen (Was bedeutet Gewerkschaft für mich und was erwarte ich mir von ihr?) ausgetauscht und begonnen haben, gemeinsam die Broschüre „Streiken ist unser gutes Recht“ der FAU Dresden zu lesen und zu diskutieren,

wollen wir uns im Januar wieder treffen. Hierfür wurden bereits zwei Ideen eingebracht. Neben der weiteren Diskussion der Broschüre, soll es auch einen Austausch über die eigenen, aktuellen (Lohn-)Arbeitsbedingungen und darüber geben, was für uns konkrete Verbesserungen wären.

Kommt gerne vorbei.
See you!

Montag, 13.01.2020
Waldhausen Astoria
Waldhausener Straße 14
41061 Mönchengladbach
19:00 Uhr – 22:00 Uhr


26. Dezember 2019

Anders als geplant

Nachbericht zur Veranstaltung „Anarchosyndikalismus – Ist das neu, oder kann das weg?“, am 08.12.2019, im Chapeau Kultur, Mönchengladbach-Rheydt:

Wir, die FAU Sektion Mönchengladbach, lasen nicht wie angekündigt aus dem Buch „Schwarze Flamme – Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus und Syndikalismus“ von Lucien van der Walt und Michael Schmidt, sondern stellten kurzfristig um auf den Text „Das Langweiligste der Welt – Die Gewerkschaft als Mittel zur Transformation“ von Holger Marcks.

Was bewegte uns zu dieser Änderung? Am Tag der Veranstaltung erreichten uns ausführliche Informationen zu Michael Schmidt, einem der beiden Autoren von „Schwarze Flamme“, der offenbar als sogenannter „Nationalanarchist“ innerhalb und außerhalb des Internets in Erscheinung getreten ist. Wir halten seine massiv nationalistischen und rassistischen Äußerungen für ausreichend belegt (s. dazu die Links am Ende des Berichts).

Im Buch selber fanden wir keine solche Inhalte und auch bei der Vorbereitung der Veranstaltung sind wir nicht auf entsprechende Hinweise im Internet gestoßen. Die bekannt gewordenen Ansichten und Aktivitäten Schmidts haben für uns aber nichts mit Anarchismus und Syndikalismus zu tun. Wir lehnen sie vollständig ab. Daher wollten wir uns bei unserer Veranstaltung nicht mehr explizit auf ein Buch beziehen, bei dem dieser Co-Autor ist.

Den Text von Holger Marcks hielten wir für eine sehr gute Alternative und unsere Entscheidung für ihn wurde mit unserer entsprechenden Erläuterung von den ca. 15 Besucher*innen positiv aufgenommen. So lasen und diskutierten wir also kapitelweise miteinander den Text über gesellschaftliche Transformationsstrategien außerhalb von Parlamenten. Wir beschäftigten uns mit der syndikalistischen Konzeption etwa im Kontrast zum politischen Marxismus. Die Notwendigkeit, das Kampffeld zur Änderung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse im Bereich der Ökonomie zu suchen, war ein Aspekt. Das Konzept der „direkten Aktion“ ein weiterer. Ebenso wie das Föderalismuskonzept im Syndikalismus mit einer weitgehenden Selbständigkeit der Basiseinheiten. Anschließend kamen kamen wir zur Revolutionstheorie des Syndikalismus, die nicht auf eine politische, sondern auf eine soziale Revolution abzielt. Zum Schluss ging es um die Revolution als das „Langweiligste der Welt“, weil sie die kleinen Kämpfe um alltägliche Verbesserungen für möglichst alle Menschen in der Gesellschaft miteinschließt und sie nicht als ein kurzzeitiges Event, das von heute auf morgen einfach eintritt, gedacht wird

Marcks‘ Aufsatz wurde allgemein als recht anspruchsvoll eingestuft. Einmal nahmen wir auch das Internet zu Hilfe, um einen unklaren Begriff für uns alle zu klären. Angeregt durch den Text kritisierte ein Diskussionsteilnehmer die Vernachlässigung der „Frauenfrage“ bei Marx im Vergleich zum Anarchismus, ein anderer beklagte den Zustand der Linken ganz allgemein und hielt einige genannte anarchosyndikalistische Grundüberzeugungen für nutzenswert.

Die Veranstaltung hat uns gezeigt, dass Menschen unterschiedlichen Alters an der gemeinsamen Lektüre und Diskussion relativ komplexer Texte interessiert sind. Das ermutigt uns, ähnliche Veranstaltungen auch in Zukunft zu machen und für anarchosyndikalistische Theorie sowie Praxis ein breiteres Bewusstsein zu schaffen.

Recherche zum Co-Autor Michael Schmidt: https://medium.com/@rossstephens/about-schmidt-how-a-white-nationalist-seduced-anarchists-around-the-world-chapter-1-1a6fa255b528

Statement von Lucien van der Walt: https://ithanarquista.wordpress.com/2017/04/11/lucien-van-der-walt-2017-statement-on-michael-schmidt-affair-10-april-2017/

Stellungnahme von AK Press: https://m.facebook.com/AKPress/posts/10156164515845249


02. Dezember 2019

Gemeinsam bilden in Mönchengladbach

Offenes Bildungstreffen der Sektion MG für alle Interessierten 📍

Zu unserem Verständnis von Gewerkschaftsarbeit und -leben gehört, dass wir möglichst viel auf direktem Weg, also selbstständig und ohne große Umwege selber erledigen wollen.

Dafür ist es wichtig, dass wir u.a. auch Kenntnisse darüber und Fähigkeiten dafür erwerben, wie wir das überhaupt und dass wir das bestenfalls mit größtmöglichem Erfolg schaffen können.

Darum wollen wir mit diesem Treffen einen regelmäßigen Rahmen schaffen, in dem wir gemeinsam lernen, uns austauschen und gegenseitig unterstützen können.

Beim ersten Treffen wollen wir uns zunächst darüber austauschen und sammeln, welche Bedürfnisse und Interessen die Menschen mitbringen, die beim Treffen sind.

Vielleicht gibt es Fragen wie: Darf mich mein Boss so behandeln? Wie organisiere ich mich und meine Kolleg*innen an meinem Arbeitsplatz? Welche Rechte habe ich als Arbeiter*in und wie ist eigentlich mein Arbeitsvertrag zu bewerten? Wie könnte meine Arbeit in der Zukunft aussehen, wenn wir die Produktion selber und nach unseren Bedürfnissen verwalten?

Wer weiß – es liegt eben bei uns. Fest steht bisher nur eins: nämlich, dass wir auch unsere Bildung in die eigenen Hände nehmen wollen.

Komm vorbei, mach mit.
Each one, teach one!

Mittwoch, 11.12.19
19:00 Uhr – 22:00 Uhr
Waldhausen Astoria (Waldhausener Straße 14, 41061 Mönchengladbach)


29. November 2019

Anarchosyndikalismus – Ist das neu oder kann das weg?

Neu ist das nicht! Schon seit den 1860er-Jahren haben sich Menschen in verschiedensten Ländern und Erdteilen nach anarchistischen und syndikalistischen Ideen organisiert.

Und weg kann das schon gar nicht! Denn eine andere Welt ist möglich, wenn wir uns nicht zurückziehen und nur davon träumen, sondern uns wehren und uns um schönere Leben auf dieser Welt selbst kümmern. Wir setzen auf Vertrauen in uns und unser gemeinsames Lernen auf dem Weg.

Es ist möglich, ohne Kapitalismus, Hierarchien und mächtige Stellvertreter*innen selbstbestimmte, verbundene, gedeihliche Gemeinschaften zu bilden und aufrecht zu erhalten. Dafür kämpften und kämpfen Menschen auf der ganzen Welt.

Lucien van der Walt und Michael Schmidt haben mit ihrem Buch „Schwarze Flamme“ eine spannende Geschichte dieser Gegenmacht geschrieben. Lasst uns an diesem Abend ein paar ausgesuchte Stellen daraus lesen und gemeinsam diskutieren.

Wir sind keine Diplom-Anarchist*innen, die eine Fachtagung machen. Kommt, wenn ihr euch auch nach einem freieren, guten Leben für alle sehnt!

Eintritt frei.

Sonntag, 08.12.19
19:00 Uhr – 22:00 Uhr
Chapeau Kultur (Bahnhofstraße 26-28, 41236 Mönchengladbach)


28. November 2019

„Ein Plädoyer für Selbstorganisation und Selbstermächtigung“ – Nachbericht zum Filmabend

Am 07.11.2019 veranstaltete die FAU Sektion Mönchengladbach ihre erste öffentliche Veranstaltung im Chapeau Kultur in Rheydt. Vor Ort stand währenddessen ein Infotisch mit verschiedenen Broschüren und einigen Stickern parat. Gemeinsam schauten wir mit ca. 15 Personen den Film „Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum“ von labournet.tv.

Nach einer kleinen Pause des Umbauens starteten wir mit der Diskussionsrunde und Gedanken zum Film. Nach einer Weile entwickelte sich die Diskussion hin zum Bereich der sozialen Arbeit, da die Mehrzahl der Anwesenden in diesem Bereich tätig ist. Es ging um Streiks in Pflege- und Erziehungsberufen und die Problematik, dass in Bereichen, in denen nicht produziert wird, nur schwer ein ökonomischer Schaden hervorgerufen werden könne, um Druck zu erzeugen.

Eine andere Aussage war, dass es schon zu ökonomischen Schäden kommen könne, da es sich teils um profitorientierte, private Pflegestätten handele. Für den Erziehungsbereich wurde eingebracht, dass die Eltern und ihre Unterstützung sehr wichtig seien.

Als erschwerend wurden grundsätzlich auch die Skrupel der Beschäftigten gegenüber ihren Schutzbefohlenen genannt („liegen dann in ihrer Scheiße, wenn keine*r sich kümmert“).

Schön waren die Wünsche nach einem bundesweiten Streik im sozialen Bereich, um die Kraft aber auch die Notwendigkeit dieses Bereiches zu demonstrieren. Beim Aufräumen gingen die Gespräche im Kleinen weiter. Es war eine sehr schöne und gelungene Veranstaltung.

Doch trotz aller Niederlagen ist dies ein Plädoyer
für Selbstorganisation und Selbstermächtigung.

Der Tagesspiegel


13. Oktober 2019

Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum

Die Sektion Mönchengladbach lädt ein zu einem Filmabend mit anschließender Diskussion. Vorgeführt wird der Mitte diesen Jahres in die Kinos gekommene Film „Luft zum Atmen – 40 Jahre Opposition bei Opel in Bochum“. In der Folge gibt es Raum für Austausch über Film sowie Selbstorganisation, Gewerkschaftsarbeit und Arbeitskämpfe allgemein.

Donnerstag | 7. November 2019
Chapeau Kultur | Bahnhofstraße 26-28 | 41236 Mönchengladbach
Einlass: 18.30 Uhr | Beginn: 19.00 Uhr

Der Eintritt ist frei, doch über Spenden zur Deckung der Vorführungsgebühren und Unterstützung basisgewerkschaftlicher Arbeit in Mönchengladbach würden wir uns freuen.

D 2019, 70 min, Regie: Johanna Schellhagen/labournet.tv

1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“(GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert.

Als Betriebsräte gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen General Motors Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen.

Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich im wichtigsten Wilden Streik der deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte.

Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften. Ihre Praxis einer unbeirrten Betriebspolitik von unten zeigt, dass Widerstand möglich ist. Auch heute. Auch in Großbetrieben.


26. September 2019

Don’t stop believin‘! Start organizing!
Demo am 12. Oktober in Mönchengladbach!

Die neugegründete Sektion Mönchengladbach der Freien Arbeiter*innen Union ruft alle Arbeiter*innen, Erwerbslosen, Studierenden, Schüler*innen und Rentner*innen dazu auf, sich an der Demo unter dem Motto „Don’t stop believin‘ – Eine andere Welt ist möglich“ zu beteiligen und lädt dazu ein, sich dem basisgewerkschaftlichen Blöckchen anzuschließen.

 

Lasst uns zusammen deutlich machen, dass wir einer Welt voller Ausbeutung, Herrschaft, Unterdrückung, Fremdbestimmung und Vereinzelung schon heute mit unserer Organisierung etwas entgegensetzen. Dass wir auf eine Welt hinarbeiten, in der wir alle gesellschaftlichen Bereiche nach unseren Bedürfnissen selber verwalten. Dass wir dafür bereits jetzt beginnen, uns zusammenzuschließen, zu lernen, uns gegenseitig zu helfen und für Verbesserungen unserer Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen.

Ob bereits organisiert oder noch nicht: Wir sehen uns unter den schwarz-roten Fahnen!

Samstag // 12. Oktober // ab 18:00 Uhr // Europaplatz vor dem Hbf MG

 


5. Mai 2019

„Es ist an der Zeit, unsere eigene Geschichte zu schreiben!“

Am 3. Mai hatte die Mönchengladbacher Initiative für eine solidarische und kämpferische Basisgewerkschaft ihre Auftaktveranstaltung im Köntges. Nachdem zunächst die Grundsätze, Arbeitsweise und Ziele der Freien Arbeiter*innen Union (FAU) erklärt wurden, ist die Initiative Mönchengladbach vorgestellt und dazu eingeladen worden, sich an ihr zu beteiligen. Nicht wenige der anwesenden Menschen äußerten anschließend ihr Interesse, sich auf diese Weise vor Ort organisieren zu wollen.

Bis zu 30 Personen versammelten sich am Freitagabend im gemütlichen Köntges auf der Waldhausener Straße. Rudolf Mühland gab als langjähriger FAU-Aktivist eine einleitende aber umfassende Übersicht darüber, was die Ideen hinter und die Prinzipien der Arbeit einer Basisgewerkschaft sind. Beispielhaft wurden immer wieder Arbeitsfelder benannt, die in der Gewerkschaftsföderation oder ihren selbstständigen Syndikaten in der Vergangenheit oder Gegenwart eine Rolle spiel(t)en. Ganz zentral dabei: die gegenseitige Hilfe und die Direkte Aktion. Einerseits die praktische Umsetzung von Solidarität bei den alltäglichen Arbeits- aber auch sonstigen Kämpfen. Andererseits das Durchsetzen der Interessen der Lohnabhängigen oder Diskriminierten mithilfe ihrer eigenen Macht – ohne an Parteien und Co. zu appellieren oder andere Umwege auf sich zu nehmen. Denn die Menschen, die in der FAU organisiert sind, wollen nicht nur ein bisschen mehr Lohn oder ein, zwei Urlaubstage mehr. Sie wollen langfristig ein Leben ohne Ausbeutung, Unterdrückung, Herrschaft und Diskriminierung erreichen. Eines, in dem die Arbeiter*innen die Wirtschaft und alle sonstigen Gesellschaftsbereiche selber verwalten und nach ihren eigenen Bedürfnissen organisieren – und nicht dem endlosen Streben nach Profit, dass genau diesen Interessen im Wege steht.

Nach der Vorstellung der Initiative Mönchengladbach stellte sich dann natürlich die Frage, was der Theorie folgen würde und ob überhaupt ein Interesse bei den Anwesenden besteht, sich zu organisieren. Die eindeutige Antwort: Ja. Gleich mehrere Menschen äußerten anschließend ihr Interesse, sich an der Initiative Mönchengladbach beteiligen und Teil der FAU werden zu wollen.

Neben den beiden Vorträgen bot der Abend bei leckerem Essen und Trinken gegen Spende noch viele Möglichkeiten für Diskussionen, gemeinsamen Austausch und gegenseitiges Kennenlernen. Und alle, die sich noch mehr u.a. mit dem Thema Anarchosyndikalismus auseinandersetzen wollten, konnten auf einen Büchertisch und die Libertäre Bibliothek zurückgreifen.

Charlie Feyerabend, der seit einem halben Jahr Mitglied der FAU in Düsseldorf ist, selber aber in Mönchengladbach lebt und arbeitet, fasst seine Sicht der Dinge rückblickend wie folgt zusammen: „Es ist ein schönes und ermutigendes Gefühl zu wissen, dass man mit seinen Problemen – sei es auf der Arbeit oder in anderen Lebensbereichen – nicht alleine dasteht. Dass es andere Menschen gibt, die genau mit demselben Mist zu kämpfen haben wie ich und sich das auch nicht länger gefallen lassen, sondern für etwas besseres kämpfen wollen. Für mich ist genau das, also das Herauskommen aus Vereinzelung, Hilflosigkeit und Isoliertheit, indem wir uns stattdessen gemeinsam organisieren, der erste wichtige Schritt.

Ich bin gespannt und freue mich darauf, wie es weitergeht und wie sich die Initiative Mönchengladbach entwickeln wird. Vielleicht auch noch mit der ein oder anderen Person, die bei unserer ersten Veranstaltung nicht dabei sein konnte. Unsere Postfächer stehen allen Interessierten ja weiterhin offen.

Diese, unsere Geschichte schreibt weder unser Boss, noch irgendeine Politikerin oder ein Gewerkschaftsfunktionär, die uns sagen wollen, wie der Hase zu laufen hat – die schreiben wir selber!“


12. April 2019

Für eine solidarische und kämpferische Basisgewerkschaft in Mönchengladbach

Du musst fast täglich deine Arbeitskraft verkaufen, weil du nur so an Geld kommst, um deine Bedürfnisse (Miete, Ernährung, Mobilität, Kultur etc.) zumindest etwas befriedigen zu können? Du sitzt z.B. im Büro, arbeitest auf dem Bau, der Gastronomie oder einer Kindertagesstätte? Du hast gerade keine Arbeitsstelle, bist erwerbslos oder erhältst staatliche Sozialleistungen? Oder du kümmerst dich unbezahlt um den Haushalt, die Kinder und die zu pflegenden Verwandten? Du wirst gerade auf den ganzen Kram in Schule, Ausbildung und Studium vorbereitet und hängst obendrein vielleicht noch in einem Nebenjob?

Dann haben wir etwas gemeinsam: wir sind lohnabhängig, wir sind Arbeiter*innen und damit Teil der Arbeiter*innenklasse.

Während in der aktuellen Gesellschaftsform einige Wenige die Produktionsmittel (Fabriken, Büros, Maschinen, Ressourcen etc.) besitzen, haben wir ausschließlich unsere Arbeitskraft, die wir zu Geld machen müssen, indem wir sie an die Besitzenden verkaufen. Diese lassen uns möglichst lange für möglichst wenig Kohle schuften, denn schließlich sind wir für sie ein Kostenfaktor. Und den wollen sie so klein wie irgendwie möglich halten, denn schließlich stehen sie selber auch im Wettbewerb mit anderen Unternehmen, in dem sie vorne mitspielen wollen. Wir haben außerdem rein gar nichts zu kamellen, wenn es grundsätzlich darum geht, was und unter welchen Arbeitsbedingungen wir produzieren wollen. Genauso wenig gehört das, was wir produzieren, uns – die Profite machen damit die Besitzenden. Auch Staaten wiederum stehen untereinander in Konkurrenz. In diesen Verhältnissen sind auch die Arbeitskräfte Kostenstellen, deren Löhne (in Teilen) aus öffentlichen Geldern bezahlt werden, wie z.B. Lehrer*innen, Erzieher*innen oder Pfleger*innen. Der Staat schmückt sich zwar mit sozialen Federn, aber genau er ist es, der die Eigentumsordnung mit seinen Institutionen überhaupt durchsetzt und aufrechterhält, die für die gesellschaftliche Ungleichheit verantwortlich ist. Darum: nicht auf Staat und Parlament vertrauen, sondern auf Organisierung von unten bauen!

Wie klingt es also für dich, wenn deine Gewerkschaft solidarisch, selbstorganisiert, horizontal, basisdemokratisch, föderalistisch, (klassen)kämpferisch, von unten, antikapitalistisch, feministisch, ohne Funktionär*innenapparat, internationalistisch, antirassistisch, antifaschistisch, ohne Stellvertretungspolitik, unabhängig – oder schlicht und einfach: anarchosyndikalistisch ist – und außerdem auf gegenseitige Hilfe und direkte Aktionen zur Wahrung und Verbesserung unserer Arbeits- und Lebensbedingungen setzt? Eine Gewerkschaft die den Anspruch hat, viel mehr als nur eine Gewerkschaft im klassischen Sinne zu sein. Mit einem gesamtgesellschaftlichen Ansatz, der alle sozialen Bereiche dahingehend umkrempeln will, dass die Bedürfnisse der Menschen und nicht das Streben nach Profit Ausgangspunkt gesellschaftlichen Handelns sind.

Die Initiative Mönchengladbach ist angebunden an die FAU Düsseldorf. Bis sich in Mönchengladbach ein eigenes Syndikat gründet, ist es am sinnvollsten, Mitglied in der FAU in Düsseldorf zu werden. Denn neben den grundsätzlichen Vorteilen der Mitgliedschaft, unterstützt die FAUD die Initiative, steht mit Rat und Tat zur Seite und übernimmt Verwaltungsaufgaben, so dass sich die Mitglieder in Mönchengladbach vor allem auf wichtige Tätigkeiten vor Ort konzentrieren können.

Auf geht’s, organisieren wir uns in Mönchengladbach! Lasst uns gemeinsam für unsere ökonomischen, sozialen und kulturellen Interessen kämpfen und daran mitwirken, die Gesellschaft von unten in eine andere umzuwälzen – eine, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert!

Kontakt: initiative-mg@fau.org

zur Veranstaltung gelangst du durch einen Klick auf das Bild

 

 

[ssba]