Gustav Krüschedt (geb. 31.3.1912) in Elberfeld

Beruf: Bauarbeiter und Maschinist
Todesdatum: unbekannt
Todesursache: unbekannt
Mitglied der Syndikalistisch-anarchistischen Jugend Deutschlands (SAJD)
1945 Haderslebener Str 5 [Barmen: Auer Schulstr.]
06.03.1937 – 06.06.1939 am Oberlandesgericht Hamm zu Zuchthaus u.a. in Düsseldorf (Gerichtsgefängnis) & Herford (Zuchthaus); Grund: Politisch/Vorbereitung zum Hochverrat
15.11.1942 – 08.05.1945 Militärische Strafeinheiten; Grund: Politisch

von Otto Müller

Der Göppinger Otto Müller (geb. am 06.10.1902) besuchte die Volksschule (heute Hauptschule) und wurde danach zum Mechaniker ausgebildet. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg schloß er sich der sozialdemokratischen „Sozialistischen Arbeiterjugend“ (SAJ) an und wohnte in direkter Nachbarschaft zum Anarcho-Syndikalisten Karl Dingler in der Osterbachstrasse. Seine Mitgliedschaft in der FAUD ist ab 1933 belegt. Er beteiligte sich an der illegalen anarcho-syndikalistischen Widerstandsgruppe in Württemberg, und wurde wegen dieser Zugehörigkeit im Jahre 1935 verhaftet. Daraufhin verbrachte er 13 Monate in Haft, u.a. im KL Welzheim. Er schrieb Gedichte, welche er 1947 unter Zulassung der US- Militärbehörden mit dem Titel „Hinter Gittern“ als Bändchen im „Kulturaufbau-Verlag“ Stuttgart unter Leitung des Anarcho-Syndikalisten Hermann Zipperlen in einer Auflage von 3.000 Exemplaren herausbringen konnte. Müller war Mitglied der Göppinger Gruppe der Föderation freiheitlicher Sozialisten (FFS).

Sein Bruder Eugen Müller schrieb ihm folgendes Gedicht:

Dem Politischen
Wenn dich die rohe Staatsgewalt
ergreift und durch die Straßen schleift
und in den Straßen Jung und Alt,
dir Haß und Spott entgegengeift,
und wenn dich Weib und Kinder seh’n
gefesselt zum Gerichtshof gehn;
senk nicht den Blick!

Sei stolz auf deine Missetat,
sei stolz auf deinen Dornengang,
sei stolz auf die gestreute Saat,
die lustig in den Schollen sprang
und keimt und reift zu ihrer Zeit,
die schöne Frucht der Menschlichkeit.
Senk nicht den Blick!

[aus: Otto Müller: Hinter Gittern, Kulturaufbauverlag Stuttgart]

Autor*in faud1

Mitglied der FAUD seit den 1990er Jahren, Mitglied der AFD (jetzt FdA) seit den 1990er Jahren, Gründungsmitglied der Anarchistischen Studierenden Initiative (AStI), Redaktionsmitglied des "Mühsam" - Zeitung des Bilddungssyndikates, Mitglied des Theater ohne Namens (ToN) und der Gruppe M.A.S.S.A.K.A. (Auftritte in Düsseldorf und Appelscha), Teil der Organisationsgruppe des I02 in Essen, Teil der Oragnisationsgruppe der libertären Mendienmesse 2010/2012/2014, Teil der FAUD-Akademie, Mitgründer der Schwarzroten Rad-/Wander*innen, Vortragsreisender (BRD, A, CH, SRB)

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