Simone Weil – Zum 100. Geburtstag

Quelle: http://antjeschrupp.de/simone-weil

In meinem Podcast steht auch ein Audiomitschnitt von einem Vortrag über Simone Weil.

Simone Weil

Simone Weil ist weitaus weniger bekannt als Hannah Arendt oder Simone de Beauvoir. Soweit ich es mitbekommen habe, sind auch ihre Werke nicht aus Anlass des Jubiläums wieder neu aufgelegt worden. Dabei ist sie eine hoch spannende Denkerin, allerdings auch sehr viel schwieriger zu verstehen, weitaus kontroverser. Es gibt große Meinungsunterschiede zwischen ihr und Beauvoir, aber auch zwischen ihr und Arendt – und da wir ja die beiden schon so toll fanden, wird es spannend sein, diese Kontroversen zu untersuchen, auch um zu fragen, wo wir denn eigentlich stehen. Und gerade für religiöse Frauen ist das Denken von Weil hoch spannend, weil sie sich aus politischem Engagement heraus mit spirituellen Themen beschäftigt hat.

Ich werde es machen, wie beim letzten Mal, anfangen mit einem ersten, biografischen Teil, und dann nach einer Pause noch einmal genauer ihre Ideen anschauen. Weiter lesen „Simone Weil – Zum 100. Geburtstag“

Elisabeth Dmitrieff (1850–1918)

Elisabeth Dmitrieff (1850–1918)

Elisabeth Dmitrieff (auch bekannt unter ihrem Ehenamen Elisabeth Tomanovskaia ) stammte aus einer wohlhabenden russischen Familie – sie war die uneheliche Tochter einer deutschstämmigen Krankenschwester und eines russischen Großgrundbesitzers. Obwohl ihr Vater sie und ihre vier Schwestern und Brüder nicht als eheliche Kinder anerkannte, erklärte er sie doch für erbberechtigt. Ende der sechziger Jahre orientierte sich Dmitrieff zunehmend an der revolutionären Bewegung und trennte sich von ihrem Elternhaus. 1869 ging sie eine Scheinehe ein, die ihr die Ausreise nach Westeuropa ermöglichte.

Quelle: http://antjeschrupp.de/dmitrieff

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André Léo (1824–1900)

André Léo

Die französische Journalistin und Schriftstellerin André Léo war eine der führenden Persönlichkeiten der Pariser Kommune. Die 1871 bereits 46jährige war zu ihrer Zeit eine bekannte Intellektuelle, Mitbegründerin feministischer Gruppen. Sie gehörte zu einer älteren Generation von Revolutionärinnen und Revolutionären, der es vor allem darum ging, das aufbrechende Engagement und den Aktivismus der mehrheitlich jüngeren ›Macher‹ zu beeinflussen und in die ›richtigen‹ Bahnen zu lenken.

Wichtigstes Leitmotiv im Denken von André Léo ist die Überzeugung, daß der Zweck niemals die Mittel heiligt, und ihr Eintreten für die unbedingte Freiheit des Individuums. Sie war bereits eine bekannte Schriftstellerin, als sie Ende der sechziger Jahre Mitglied in der von Benoît Malon geführten IAA-Sektion Paris-Batignolles wurde, und ihre Ansichten über die Internationale waren in Frankreich bis zu einem gewissen Grad auch meinungsbildend für einen Teil der linksliberalen Öffentlichkeit. Als eine der profiliertesten Unterstützerinnen der Pariser Kommune mußte sie im Sommer 1871 ins Exil gehen und initiierte später von der Schweiz aus den Protest der ›antiautoritären‹ IAA-Sektionen gegen den Führungsstil des Londoner Generalrats.

Quelle: http://antjeschrupp.de/leo

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Margarethe Faas-Hardegger (1882-1963)

Quelle: Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung Zürich, Zentralbibliotheke Zürich

Sie sei ein Mensch, „der in allen Richtungen zu Hause sein möchte“, schrieb ein Zeitgenosse über die Schweizer Gewerkschafterin, Anarchistin und Freidenkerin Margarethe Hardegger (1882-1963). Er meinte das abfällig, denn es ist ja nicht gut, wenn man im politischen Geschäft so wankelmütig ist. So sind sie eben (liest man zwischen den Zeilen), die Frauen. Sie widersprechen sich ständig selbst und verheddern sich in einem Netz von Beziehungen, familiären Verpflichtungen und Ansprüchen von Freunden und Fremden, anstatt sich an den Schreibtisch zu setzen und die eigenen Ansichten mal ordentlich zu Papier zu bringen.

Ein Text von Antje Schrupp. Quelle: http://www.antjeschrupp.de

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„Boxcar“ Bertha Thompson, Eisenbahntramp

Ihr Name ist in keinem Geschichtsbuch zu finden, sie hat keine Reichtümer erworben und keinen Ruhm. Bertha Thompson war eine Landstreicherin, eine Frau aus der ansonsten anonymen Masse von Hunderttausenden, die sich im Amerika am Anfang des 19. Jahrhunderts durchs Leben schlugen. Auf der Suche nach Arbeit und aus Neugier auf die Welt reiste sie 15 Jahre lang als blinde Passagierin auf Güterzügen kreuz und quer durchs Land. Nur aus Zufall ist ihre Lebensgeschichte überliefert. Antje Schrupp über eine Frau, die das Leben von allen Seiten kennen lernen wollte und immer an die Stärke der Frauen glaubte.

Virginie Barbet (Lebensdaten unbekannt)

Virginie Barbet – es gibt von ihr leider kein Foto – war in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine bekannte Sozialistin und Feministin in Lyon und ein führendes Mitglied der dortigen Sektion der Ersten Internationale. Biografisch ist von ihr nicht viel bekannt, sie stammte vermutlich aus Le Creuzot und betrieb in Lyon eine Gaststätte oder einen Weinhandel.
Ein Text von Antje Schrupp. Quelle: http://www.antjeschrupp.de