Stolpersteine polieren am 8. Mai, dem Tag der Befreiung und das „Ende“ des Krieges

Am 8. Mai 1945 endet offiziell der zweite Weltkrieg in Deutschland. Als die Waffen endlich schwiegen, waren mehr als 60 Millionen Menschen tot.

Autorin: FAUD35

Zu diesem Gedenktag haben wir als FAU-Düsseldorf uns auf den Weg gemacht, an die zu erinnern, die während der Nazi-Herrschaft aufgrund ihrer politische Ansichten, ihrer „Rasse“, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Behinderung, ihrer Religion oder Volks-Zugehörigkeit, verfolgt, gefoltert oder umgebracht wurden – auf zum Stolpersteine polieren.

Gedankt sei Sophie von Solid, die die Routen ausgearbeitet hat und das ganze organisierte. Wir wählten die Route durch Bilk, eine Route durch Eller, wo sich der bisher einzige Stolperstein in Düsseldorf für einen Anacho-Syndikalisten, Anton Rosinke auf der Friedrich-Engels-Str. 14 befindet, wurde nicht angeboten.

Ausgerüstet mit Lappen, Politur und der Route, war unsere erste Anlaufstelle die Merowinger Str. 31, der Stolperstein von Joseph Völker.

vorher
nachher

Joseph „Jupp“ Völker, geb. 3. Juli 1913 wurde von den Nationalsozialisten wegen seiner homosexuellen Veranlagung verfolgt. 1937 wurde ihm die Reichsangehörigkeit aberkannt, im Jahr darauf wurde er in Österreich wegen sexueller Handlungen mit einem 16-Jährigen zu einem Jahr „schwerer Kerker“ verurteilt. 1939 wurde er nach Düsseldorf verlegt und 1940 aus der Haft entlassen. Mehrfach diente er sich der Gestapo erfolglos als Spitzel an, um der KZ-Haft zu entgehen. Im Juni 1941 wurde er in Vorbeugehaft genommen und ins KZ Neuengamme gebracht, im Oktober 1942 nach Dachau verlegt. Zurück in Neuengamme starb Völker am 9. Januar 1943 im Alter von 29 Jahre, offizielle Todesursache: „Versagen von Herz und Kreislauf bei doppelseitiger Lungenentzündung“.

Wir setzten unseren Weg fort über die Karolingerstraße, entlang der Düssel, zur Merkur- und Aachener Straße.

Die letzten beiden Steine waren auf der Himmelgeister Str. 53 und der Erasmusstr. 18. Was uns besonders berührt hat waren die Stolpersteine der Familie Sack:
Josef Sack, Jg. 1898, deportiert 1941, ermordet in Minsk
Paula Sack, geb. Rosenfeld, Jg. 1898, deportiert 1941, ermordet in Mins
Bernhard Sack, Jg. 1936, deportiert 1941, ermordet in Minsk; er wurde nur 5 Jahre!

– Ende Teil 1 –

Autor*in faud1

Mitglied der FAUD seit den 1990er Jahren, Mitglied der AFD (jetzt FdA) seit den 1990er Jahren, Gründungsmitglied der Anarchistischen Studierenden Initiative (AStI), Redaktionsmitglied des "Mühsam" - Zeitung des Bilddungssyndikates, Mitglied des Theater ohne Namens (ToN) und der Gruppe M.A.S.S.A.K.A. (Auftritte in Düsseldorf und Appelscha), Teil der Organisationsgruppe des I02 in Essen, Teil der Oragnisationsgruppe der libertären Mendienmesse 2010/2012/2014, Teil der FAUD-Akademie, Mitgründer der Schwarzroten Rad-/Wander*innen, Vortragsreisender (BRD, A, CH, SRB)

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