Doris Ensinger: - Katalanische Unabhängigkeit – Nein Danke!

During times of universal deceit, telling the truth becomes a revolutionary act. (George Orwell)

Quelle: muckracker

Wie ich zu der Regierung Rajoys stehe, wie ich die hier verlebten vergangenen vierzig Jahre politisch einschätze, ist hinlänglich bekannt und in meinem Buch nachzulesen. Nach dem Tod Francos wurde hier keine Demokratie geschaffen, sondern nur pseudodemokratische Institutionen, in denen bis auf einige Ausnahmen kein Demokrat zu finden ist und kein demokratischer Geist herrscht. Hier hat sich nie eine demokratische Kultur herausgebildet, den politischen Gegner beschimpft man auf die übelste Weise, nicht nur im Parlament in Madrid, sondern in allen Parlamenten Spaniens.

Warum bin ich nicht euphorisch über die letzten Ereignisse in Barcelona / Katalonien? Warum bin ich skeptisch, sogar ablehnend?

Es stimmt, dass dieser Landesteil unter Franco mehr zu leiden hatte als andere, das Baskenland ausgenommen, da war die Repression noch schlimmer. Aber seit ca. 1977-78 gibt es weder ein Verbot der katalanischen Kultur und Sprache, noch wird irgendjemand aufgrund der Verwendung seiner Muttersprache verfolgt. Eines der vielen Argumente, warum das Land endlich unabhängig werden soll, ist aber gerade dieses, nämlich endlich die eigene Sprache sprechen zu können. Praktisch alle Befragten sagen das gleiche: endlich – nach dreihundert Jahren bourbonischem Joch – die Würde des Landes wieder zu erlangen, nicht mehr unterdrückt zu werden, nicht mehr von Madrid ausgeplündert zu Weiter lesen Doris Ensinger: – Katalanische Unabhängigkeit – Nein Danke!“

Erklärung der CNT zum Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens

Im folgenden dokumentieren wir die Übersetzung eines Kommuniqués der Regionalföderation Katalonien und Balearische Inseln unserer Schwestergewerkschaft CNT:

davant 1o
„Als lokale Gewerkschaften der CNT aus Katalonien und den Balearischen Inseln wollen wir uns hiermit für die Selbstbestimmung der katalanischen Bevölkerung aussprechen. Als Anarcho-SyndikalistInnen sind wir nicht der Ansicht, dass politische Veränderungen innerhalb des Kapitalismus unseren Wunsch nach einem tiefgreifenden sozialen Wandel wiederspiegeln können. Einem Wandel, der die Mittel für Produktion und Verteilung in die Hände der Arbeiterklassen legen wird. Deshalb sind unsere alltäglichen Kämpfe nicht auf die Schaffung neuer Staaten oder auf die Unterstützung parlamentarischer Initiativen ausgerichtet.

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CNT warnt vor Polizisten, die in die Docks von Barcelona gebracht wurden

Quelle: Freedom

In der fieberhaften Atmosphäre von Kataloniens versuchtem Unabhängig-keitsreferendum und Unterdrückung von Madrid berichten Aktivisten mit der anarchistischen CNT-Union, dass die nationale Polizei aus ganz Spanien eingeschifft wurde und sich im Hafen von Barcelona versteckt, in Vorbereitung zu sein scheint, um alle bedeutenden Umwälzungen zu zerschlagen.

Dockarbeiter mit Portuaris CNT haben Polizeibewegungen in den Docks des spanischen Prinzen und Lepanto verfolgt, wo drei große Fähren entdeckt wurden, die als Knotenpunkte für Offiziere fungieren, die der PP (konservativen) Regierung treu ergeben sind.

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Eine Kurzbiographie des deutschen Anarchisten Karl Börder, der sich weigerte, aufzugeben - Karl Börder (*1868-†1949)

Karl Börder war unter anderem Platzarbeiter/ Bergmann – Dortmund, Hamborn (Heute ein Stadtteil von Duisburg). Dieter Nelles und Hartmut Rübner erwähnen ihn in zwei Fußnoten ihres Aufsatzes „Avantgarde einer egalitären Bewegung“. Diesen Fußnoten kann mann unter anderem entnehmen das „Karl Börder, bis 1908 Kassierer für die SPD sowie bis 1911 Vertrauensmann des Deutschen Metallarbeiter-Verbands in Hamborn“ war, und später in der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften (dem Vorläufer der späteren FAUD/AS) und in der Anarchistischen Föderation Deutschlands in Erscheinung trat.

Auf der Seite syndikalismusforschung.info erfährt man von Andreas von der Geschichtswerkstatt Dortmund, der der Schwarzen Katze für eine Radiosendung ein Interview gab noch folgendes über Karl:

Karl Börder war seit dem Kaiserreich ein ziemlich aktiver Anarchist in Dortmund der dann 1933 auch gleich verhaftet worden und ins KZ Börgermoor gekommen ist. Nach seiner Entlassung musste er sich einmal die Woche auf der Polizeiwache zurückmelden. Und der hatte Aufgrund seiner Erfahrungen einfach zu viel Angst, Kontakt mit seinen alten Kollegen wieder aufzunehmen. Er hat den ganzen Faschismus quasi als Schnecke überdauert in seinem eigenen Häuschen. Er ist nach 1945 wieder aktiv geworden. Die wenigen Überlebenden des Faschismus sind nach 1945 direkt wieder aktiv geworden, haben wieder Kontakt zueinander aufgenommen und versucht ihre Vorstellungen von einem freiheitlichen Sozialismus wieder umzusetzen. Karl Börder initiierte 1945 in Dortmund-Dorstfeld, als über 80ig Jähriger, eine Gruppe der anarchistischen Jugend. Mit seinem Tod (1949) geht auch jede Spur dieser anarchistischen Gruppe verloren.

Wir dokumentieren an dieser Stelle eine Todesanzeige, die am 11. Juni 1949 in der englischen Freedom veröffentlicht wurde:

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FAUD lädt ein: - Was euch im September noch erwartet

Im September bieten wir euch natürlich weiterhin jeden Montag von 17-20 Uhr unsere gewerkschaftliche Erstberatung an. Bei allen fragen Rund um die Arbeit könnt ihr gerne zu uns kommen. Die gewerkschaftliche Beratung ist kostenlos für alle. Während unserer Bürozeiten könnt ihr natürlich auch in unserer Bibliothek stöbern und bei einer Tasse Tee und Keksen in Ruhe lesen. Anschließend machen wir uns Fit für die Revolution, frei nach dem Motto von Emma Goldman „Wenn ich nicht tanzen kann ist es nicht meine Revolution!“ (frei nach E.G.).

Alle Termine und Veranstaltungen sind natürlich in unserem eigen Büro/Ladenlokal, dem „V6“ in der Volmerswertherstr.6. Neben diesen Wöchentlichen Terminen haben wir noch folgendes für euch:

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PRONUNCIAMIENTO DE LA REUNIÓN REGIONAL DE DELEGADOS DE LA FORA - ERKLÄRUNG DES DELEGIETENTREFFENS DER FORA

ERKLÄRUNG DES DELEGIETENTREFFENS DER FORA
NEUQUEN 19. UND 20. AUGUST 2017

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Das Verschwinden von Santiago Andrés Maldonado hat die Kämpfe der einheimischen Völker um die Wiedererlangung ihres angestammten Landes sichtbar gemacht.

Dieser Konflikt geht auf die militärischen Kampagnen des argentinischen Staates zurück, der die einheimischen Gemeinden ermordet und vertrieben hat, um Menschen und Land unter den Landbesitzern zu versteigern, die Aneignung und Völkermord finanzierten. Diese Enteignung, die Gemeinden in die feindlichsten Gebiete drängte, war in verschiedenen Regierungen alltäglich und bleibt das Werk der Makristenregierung.

Die staatliche Repression hat sich im Rahmen einer staatlichen Politik zur Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der Großgrundbesitzer verstärkt. Festnahmen, Folterungen und Morde sind in Konfliktgebieten zu gängigen Praktiken geworden. Die Gendarmerie unterdrückte und entführte Santiago Maldonado, weil sie ihre Solidarität mit dem Recht der einheimischen Völker bekundete, ihr angestammtes Land zu besetzen und zurückzugewinnen.

Als Arbeiter und Arbeiter, die Mitglieder von FORA sind, treten wir solidarisch mit dem Volk der Mapuche auf und appellieren an die aktive Solidarität der Werktätigen für das dringende Auftreten von Santiago und die Einstellung der territorialen Enteignung und Unterdrückung der einheimischen Völker und sozialen Bewegungen.

ARGENTINIEN-REGIONALARBEITERBUND

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Update 13,10,2017 ¿Dónde está Santiago Maldonado? - Wo ist Santiago Maldonado?

Düsseldorf, 31.8.2017

versión en Español/spanische Version

An die Familie von Santiago Maldonado:
An die Mapuche-Gemeinde Pu Lof im Widerstand:
An unsere Compas überall auf der Welt:

Seit dem 1.8.2017 ist der Anarchist Santiago Maldonado verschwunden. Das letzte Mal wurde er bei einem Angriff der Polizei auf die Mapuche-Gemeinde Pu Lof, Provinz Chubut, Argentinien, gesehen. Diese Gemeinde unterstützte er in ihrem gerechten Kampf für ihr Land und ihre Rechte, die von dem multinationalen Unternehmen Benetton mit Hilfe des argentinischen Staates geraubt wurden. Viele Beweise deuten darauf hin, dass Santiago von der Polizei verschleppt wurde. Dies soll Angst unter den Menschen der Gemeinde verbreiten und ihren Widerstand und ihre Würde brechen. Die Regierung Macri, die die Verbrechen der Militärdiktatur klein redet, den Genozid an den indigenen Gemeinden in Argentinien leugnet und die heute die Rechte der Menschen überall in Argentinien angreift, ist für dieses Verbrechen verantwortlich.

Zusammen mit hunderttausenden Menschen in Argentinien und weltweit fordern wir:
– die Freilassung von Santiago Maldonado und die Bestrafung der Entführer_innen
– den Rücktritt der politisch Verantwortlichen, insbesondere von Sicherheitsministerin Patricia Bullrich
– ein Ende der Angriffe auf die Mapuche-Gemeinden und die Anerkennung ihrer Rechte
– Rückgabe des durch Vernichtungskriege und Genozid geraubte Landes an die indigenen Gemeinden

Santiago muss lebend wieder auftauchen!
Solidarität mit Pu Lof im Widerstand!
Raus mit Benetton aus dem Land der Mapuche!

Eine solidarische Umarmung!
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf
Einige Mitglieder der FAUD

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Artikel auf fau.org:

Polizeigewalt und Repression gegen Mapuche-Gemeinden und ihre Unterstützer*innen in Argentinien

Weitere Informationen:
Druck auf Argentinische Regierung wächst 29.09.2017
www.amerika21.de/2017/08/183035/verschwundener-argentinien
www.taz.de/Opposition-in-Argentinien/!5437153/
www.santiagomaldonado.com
A-Radio Berlin (engl.Beitrag)
A-Radio-Twitter

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AG Stadtteilkämpfe - Wohnen und Arbeiten – die Ähnlichkeit der Kämpfe | Eine Einladung zur Diskussion

Als Anarchosyndikalist*innen ist der Anarchosyndikalismus für uns das Werkzeug mit dem wir die gesellschaftliche Veränderung (1) erreichen wollen. Dabei gehen wir davon aus, dass die sozialen Konflikte und Probleme nur solidarisch, also auf Grundlage der gegenseitigen Hilfe und gesellschaftlich gelöst werden können. Dazu haben wir uns in erster Linie auf den Kampf in den Betrieben konzentriert.

Dies ist aber nicht das einzige Betätigungsfeld. Anarchosyndikalistische Organisationen und Gruppen hatten durch den radikalen Antikapitalismus immer auch eine gesamtgesellschaftliche Perspektive. Neben Lohnarbeit ist daher Wohnen ein Feld der Auseinandersetzung. Die Abhängigkeit von den ChefInnen spiegelt sich in der Abhängigkeit von den VermieterInnen. Während für die einen gearbeitet werden muss, um Lohn zu erhalten, muss für die anderen gearbeitet werden, um Wohnen zu dürfen. Die Perfidität des Systems wird deutlich, wenn das System der Werkswohnungen betrachtet wird. Hier sind die ChefInnen auch die VermieterInnen. Die Disziplinierung der Fabrik wirkt dann auch für alle offensichtlich in den Alltag fort.

Da verwundert es nicht, dass die aus der ArbeiterInnenbewgung stammende Genossenschaftsbewegung insbesondere Wohnen als ein Thema hatte. Auch das Mietrecht ist mit dem Arbeitsrecht in so fern vergleichbar, als dass alle Errungenschaften, die MieterInnen schützen, von ihnen erkämpft wurden.

Auch Stadt als gesellschaftlicher Raum kann als Ort des Klassenkampfs gesehen werden.

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Unterbach/Eller - Im geiste Gustav Landauers, die „Freie Erde“ in Düsseldorf

Quelle: RP-Online

Unterbach/Eller: Freie Erde
Richtfest für das Haus der Anarchisten 1921. Das Experiment „Freie Erde“ sorgte in Düsseldorf gerade in der Künstlerszene für großes Interesse. FOTO: privat/Josefine Müller
Unterbach/Eller. 1921 besetzte eine Gruppe von Anarchisten ein Stück Land im Eller Forst und versuchte dort ihren Traum von einer antikapitalistischen Welt zu verwirklichen. Das Experiment scheiterte, das Haus blieb aber mehr als 50 Jahre stehen.
Von Marc Ingel

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rp-online - Der frühe Tod des Anton Rosinke

Vennhausen. Der Schmied war eine schillernde Figur im Widerstand gegen die NS-Diktatur. Seine Heimat: die Siedlung Freiheit in Vennhausen. Von Marc Ingel

Was bleibt ist die Erinnerung, und die ist positiv. Es ist nicht immer das große Ganze, sondern es sind oft die Kleinigkeiten, die eine Rolle spielen. Wie jetzt bei der Verlegung eines Stolpersteins für Anton Rosinke vor seinem alten Wohnhaus an der Friedrich-Engels-Straße 14. Dabei kam der Nachbar aus Nummer 12 heraus und erzählte lebhaft, wie kinderlieb Rosinke gewesen sei. Er schilderte eine typische Situation: „Die Kinder der Siedlung Freiheit spielten laut auf der Straße, und Anton nahm sie vor dem Zorn der Erwachsenen, die sich durch den Lärm gestört fühlten, in Schutz.“ So etwas vergisst man nicht.

Anton Rosinke wurde am 14. Februar 1937 in der Gestapohaft am Jürgensplatz, vier Wochen nach seiner Festnahme, totgeschlagen. Er und sein Schwiegersohn, Ernst Binder, waren Anarcho-Syndikalisten.

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