Nachruf auf unseren Genossen Koitscho Koitschew

Außerdem entwickelte er sich zu dieser Zeit wie viele bulgarische Genoss*innen seiner Generation zu einem leidenschaftlichen Esperantisten. 1942 machte er sein Abitur. Während des 2. Weltkriegs brachte er sich in den antifaschistischen Widerstand ein und wurde kurzzeitig in die monarchofaschistische Armee zwangsrekrutiert. Unmittelbar nach dem Krieg konnten die Anarchosyndikalist*innen noch legal arbeiten und hatten ihre eigene Zeitung. In dieser Zeit war Koitscho besonders aktiv. 1947 schrieb er sich als Medizinstudent an der Universität von Sofia ein.

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Beitrag zur Broschüre der FAU Duisburg (Hg.): - März 1920 – Die vergessene Revolution im Ruhrgebiet

Die vergessene Revolution (Auszug)

In diesem Kapitel möchte ich der Frage nachgehen in wie weit es berechtigt ist von den Ereignissen des März 1920 von einer „vergessenen Revolution“ zu sprechen. Dabei ist die Frage inwieweit es sich um ein vergessenes Ereignis handelt schnell beantwortet. Fragt man die heutigen BewohnerInnen des Ruhrgebiets, Düsseldorfs und des Wuppertals, so wird man allenfalls ein wenig Schulbuchwissen zu hören bekommen. Aber auch in der wissenschaftlichen Literatur sieht es nicht besser aus. Hans-Ulrich Wehler widmet in seiner „Deutsche Gesellschaftsgeschichte“ gerade einmal eine Seite diesem Thema. Noch immer ist das schmale Büchlein „Beitrag zur Geschichte und Soziologie des Ruhraufstandes vom März-April 1920“ aus dem Jahre 1921 von Gerhard Colm das Standardwerk zum Thema. Ohne Erhard Lucas und seiner Dreibändigen „Märzrevolution 1920“ wüssten wir aber selbst das wahrscheinlich nicht. Lucas Arbeit zeichnet sich durch besonders genaues Quellenstudium aus und bildet die Hauptquelle dieser Broschüre.

Die Frage inwieweit es sich aber auch um eine Revolution gehandelt hat ist schon etwas schwieriger zu beantworten. Anhand des Zustandekommens der Aktionsausschüsse und der Vollzugsräte, sowie der Art und Weise wie sie während dieser drei bis vier Wochen gehandelt haben und anhand der Roten Ruhrarmee selbst versuche ich eine Antwort zu geben. Weiter lesen Beitrag zur Broschüre der FAU Duisburg (Hg.): – März 1920 – Die vergessene Revolution im Ruhrgebiet“

Rund um den 8. März 2019

Ein kleiner, kurzer und natürlich unvollständiger Rückblick auf die Aktivitäten der Syndikate in der Region West. Wir hoffen, dass die entstandene Dynamik bis zum 8M 2020 trägt und wir aus den Erfahrungen diesen (und des letzten) Jahres viel lernen und das neu Gelernte auch umsetzen werden!

Als Ergebnis des 8M haben wir schon jetzt beschlossen, eine Bildungsreihe zum Thema kollektives und individuelles Arbeitsrecht zu organisieren. Teil der Bildungskampagne werden auch spezielle Seminare und Workshops zum Organizing und zum „F*Streik“ sein. Einen Überblick über das Bildungsprogramm und Anmeldeformulare findet ihr hier!

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אורין־טינט - unstet & launig - Rudolf Rocker: Der Kapp-Putsch

Quelle: http://www.arndtbeck.com/
veröffentlicht am 28. Mai 2012

Zwölf Millionen Proletarier hatten innerhalb von 24 Stunden das gesamte deutsche Wirtschaftsleben lahmgelegt; dies war ein Schauspiel, das die Welt in vergleichbarer Größenordnung noch niemals erlebt hatte. Auf der einen Seite ein bis an die Zähne bewaffneter Soldatenhaufen, auf der anderen das geeinte deutsche Proletariat, ohne Rücksicht auf Parteirichtungen, fest entschlossen, die Säbel-Diktatur zu brechen. Und diesmal kam die Initiative nicht, wie am 9. November 1918, von außen; sie kam von den Arbeitern, dem gesamten arbeitenden Volke, daß sich wie ein Mann gegen die militärische Reaktion erhoben hatte. Der 13. März 1920 ist für die Geschichte der deutschen Arbeiterklasse ein größerer Gedenktag als der 9. November 1918.
Rudolf Rocker (S. 29)

Es ist nur eine kleine, unscheinbare Broschüre, die das Archiv Karl Roche im Juli 2010 veröffentlichte. Für jeden, der sich für die deutsche Arbeitergeschichte im Allgemeinen und die Märzrevolution 1920 im Besonderen interessiert, wurde allerdings ein Schatz gehoben.

Der Anarcho-Syndikalist Rudolf Rocker hatte noch Anfang April 1920 seine Sicht der Ereignisse um den Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch im thüringischen Sömmerda aufgeschrieben und nach Schweden geschickt, wo sie umgehend übersetzt und veröffentlicht wurde. Und diese ist von einer erstaunlichen Klarheit. Da der Text nie auf deutsch publiziert wurde und das Manuskript Rockers verloren scheint, hat Erik Alfredsson ihn aus dem Schwedischen rückübersetzt – und das in einer Art und Weise, daß man in keinem Moment daran zweifelt, den „originalen“ Rocker zu lesen. Zudem wurde er mit Vorwort, Anmerkungen und Anhang versehen (verantwortlich für die Redaktion zeichnet Jonnie Schlichting), die den wohl hellsichtigsten zeitnah erschienen Text über die Ereignisse im März 1920 historisch einordnen und in glänzender Weise ergänzen. Weiter lesen אורין־טינט – unstet & launig – Rudolf Rocker: Der Kapp-Putsch“