
Die Auseinandersetzung zwischen den streikenden Arbeiter*innen und der Insolvenzverwaltung des Spargelgut Ritter setzte sich am Dienstag den 19.05.2020 fort. Die Arbeiter*innen zogen vor die Kanzlei der Insolvenzverwalter Schulte-Beckhausen und Bühs und hielten dort mit der
FAU Bonn eine Kundgebung ab. Dabei wollten sie den Insolvenzverwalter mit ihren Lohnforderungen konfrontieren. Dieser war jedoch nicht anzutreffen, die Kanzlei war verwaist. Lediglich auf einem Zettel in der Tür wurde gebeten auf unangemeldete Besuche zu verzichten. Die Arbeiter*innen hielten dennoch eine kämpferische Kundgebung ab und machten ihrem Ärger über die kriminellen Zustände Luft, indem sie immer wieder „Mafia! Mafia!“ riefen.
Danach zog die Demonstration zum rumänischen Konsulat in Bonn. Dort kamen sie mit dem Konsul ins Gespräch, der ihnen seine Unterstützung versicherte. Die rumänische Ministerin für Arbeit und Soziales Victoria Violeta Alexandru befindet sich gerade auf Deutschlandreise, um sich über die Arbeitsbedingungen rumänischer Saisonarbeiter zu informieren. Sie wurde über die Situation in Bornheim informiert und wird am Mittwoch eintreffen, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen.
Wie die FAU Bonn in Erfahrung bringen konnte, liegt in dem Containerdorf von SpargelRitter gegenwärtig eine Person die sich bei einem Unfall auf dem Betriebsgelände verletzt hat. Sie wurde im April operiert und ist seitdem weitgehend bewegungsunfähig. Sie kann nicht lange sitzen, es ist unklar, ob Krankengeld ausgezahlt wird. Wir fordern daher: Auszahlung des Krankengeldes, medizinische Versorgung und eine Rückreise der verletzten Person per Flugzeug.
Peter Zeisig, Aktivist der FAU Bonn: „Die Farce bei Spargel Ritter muss jetzt beendet werden. Die Löhne müssen ausbezahlt werden, Kranke müssen ordentlich versorgt werden. Es ist unerträglich, dass dieser Zustand andauert.“
Kontaktdaten:
blog: https://bonn.fau.org
email: faubn@fau.org
twitter.com/FAUBonn
facebook.com/faubonn/
Presse-Telefon: +491784618733
Auch am heutigen Mittwoch werden die Spargelarbeiter*innen ihren Streik fortsetzen. Wir informieren auf Twitter laufend über den aktuellsten Stand der Dinge. Der Insolvenzverwalter kündigte an, ab heute die weitere Nutzung der Wohncontainer zu untersagen. Zu einer Pressekonferenz und weiteren Protestaktionen werden wir gesondert einladen. Wir bitten auf Grund der dynamischen Situation um Flexibilität.

Nachdem die Arbeiter*innen bisher nur unvollständig bezahlt wurden, entschlossen sie sich diese Situation nicht mehr hin zu nehmen. Die FAU Bonn unterstütz diesen Kampf um Lohn und Würde vor Ort seitdem die Arbeiter*Innen am Freitag spontan in den Streik getreten sind. Leider waren wir im verlaufe des Konfliktes gezwungen auch juristischen Beistand zu organisieren. Um diesen zu bezahlen, die Kolleg*innen in ihrem Kampf weiter aktiv unterstützen zu können und um den Kolleg*innen über die ökonomische Krise, die der Insolvenzverwalter zu verantworten hat hinweg zu helfen, benotigen wir eure Spenden.
Update: wir berichten seit 18.05.20 / 7:30 Uhr auf 



Hier findet ihr ab heute abend/morgen früh einen kurzen Aufruf zur Teilnahme am 1. Mai in Düsseldorf.
Uns erreichhte ein dringender Aufruf unserer Schwestergewerkschaft in Spanien. Dankenswerter Weise wurde die
Bund und Länder sowie die meisten Regierungen der europäischen Länder haben finanzielle Hilfen versprochen für Betriebe, die aufgrund der Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Man wird sehen, was daraus wird und wann und wie viel tatsächlich unten ankommt.
der Kontrolle über die Pandemie werden die gesellschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 nicht vorbei sein. Alle Staaten pumpen jetzt Unsummen an Geld in die Wirtschaft, sofern diese es sich leisten können, damit der erzwungene Stillstand keine längerfristigen Folgen hat. Denn es besteht die Gefahr, dass eine für die kapitalistische Wirtschaft lähmende Kettenreaktion in Gang tritt. Durch die Einschränkungen, aufgrund der Pandemie, bricht die Nachfrage ein. In der Folge gehen Firmen durch die fehlenden Einnahmen pleite. Die ehemaligen Arbeiter_innen und Angestellten haben weniger Geld zur Verfügung, wodurch die Nachfrage weiter einbricht. Wenn das flächendeckend passiert, bricht womöglich die grundlegende Versorgung zusammen.